Stillen oder hypoallergene Nahrung bei Säuglingen aus Allergikerfamilien

mp Bonn - Kinder aus Allergikerfamilien haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls eine allergische Erkrankung zu entwickelnmp Bonn - Kinder aus Allergikerfamilien haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls eine allergische Erkrankung zu entwickeln
Stephan N. / pixelio.de
Kinder aus Allergikerfamilien haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls eine allergische Erkrankung zu entwickeln. Diese Kinder sollten nach Expertenmeinung ebenso wie Kinder ohne erhöhtes Allergierisiko mindestens vier Monate lang gestillt werden. Ist dies nicht möglich, sollten sie mit einer hypoallergenen Säuglingsnahrung (HA-Nahrung) mindestens bis zum Ende des vierten Lebensmonats gefüttert werden. "Denn das Zeitfenster, in dem eine allergenreduzierte Ernährung einen günstigen Einfluss auf das Allergierisiko nehmen kann, scheint auf die ersten vier bis sechs Lebensmonate begrenzt zu sein", erklärt Dr. Andrea von Berg von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe (DHA). Ob eine HA-Nahrung in diesem entscheidenden Zeitraum tatsächlich eine vorbeugende Wirkung bei Kindern mit Allergierisiko hat, haben Wissenschaftler untersucht. Dazu haben sie alle seriösen Studien zur Wirksamkeit hypoallergener Säuglingsnahrung kritisch betrachtet und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass im Vergleich zu herkömmlicher Säuglingsmilch auf Kuhmilchbasis hypoallergene Nahrung das Risiko für Neurodermitis um bis zu 50 Prozent senken kann. Das gilt jedoch nicht für jede HA-Nahrung gleichermaßen. "Wir haben in Studien festgestellt, dass das Verfahren, mit dem das Milcheiweiß in kleine Bausteine zerlegt wurde, für die Wirksamkeit der HA-Nahrung entscheidend ist. Da für Eltern die Beurteilung der allergievorbeugenden Wirksamkeit einer HA-Nahrung schwierig ist, sollten sie sich von ihrem Kinderarzt beraten lassen", so von Berg. Nach dem vierten Lebensmonat ist eine hypoallergene Ernährung nicht mehr notwendig. Denn jetzt kann und sollte sich das kindliche Immunsystem allmählich mit verschiedenen Nahrungsmitteln auseinander setzen. Die Fachgesellschaften für Allergologie und Kinderheilkunde empfehlen bei Kindern mit und ohne erhöhtem Allergierisiko dann, mit dem Zufüttern von Beikost zu beginnen. Dabei dürfen im Sinne einer ausgewogenen Ernährung auch Lebensmittel zugeführt werden, die nach früheren Empfehlungen im ersten Jahr vermieden werden sollten, wie beispielsweise Fisch. (www.dha-allergien-vorbeugen.de)