Private Pflegeversicherung hilft bei Pflegebedürftigkeit im Alter

mp Köln - Die Pflegebedürftigkeit im Alter wird von vielen Deutschen noch immer unterschätzt.mp Köln - Die Pflegebedürftigkeit im Alter wird von vielen Deutschen noch immer unterschätzt.
AOK-Mediendienst
Die Pflegebedürftigkeit im Alter wird von vielen Deutschen noch immer unterschätzt. Dabei sind schon heute rund 30 Prozent aller 80-Jährigen in Deutschland pflegebedürftig, und etwa 1,6 Millionen Menschen werden aktuell von Familienangehörigen gepflegt. Je nach bewilligter Pflegestufe erhalten Pflegebedürftige ab 2012 für die häusliche Pflege monatlich 235 Euro (Pflegestufe I), 440 Euro (Pflegestufe II) oder 700 Euro (Pflegestufe III) aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Doch bleibt bei diesen Beträgen der Zeitaufwand beispielsweise einer ständige Betreuung dementer Menschen unberücksichtigt. Zudem erhalten Pflegefälle mit einer Dauer von weniger als sechs Monaten keine Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung, weil die Kosten jeden Rahmen sprengen würden. Schon heute reichen die Beiträge der gesetzlichen Pflegeversicherung in der Regel nicht aus, um die tatsächlichen Pflegekosten zu decken. Deshalb müssen Pflegebedürftige oft aus eigener Tasche zuzahlen, um eine ausreichende Pflege sicher zu stellen.Wenn der Pflegebedürftige ihren gesamten Pflegeaufwand auch mit dem eigenen Einkommen und Vermögen nicht mehr tragen kann, dann sind Ehepartner oder Kinder unterhaltspflichtig. Selbst Schenkungen aus den vergangenen zehn Jahren können für die Pflegefinanzierung vom Staat zurückgefordert werden. Um sich dagegen zu schützen und zukünftige hohe Pflegekosten abzusichern, sollte jeder einmal über eine private Pflegezusatzversicherungen nachdenken. Hierbei unterscheidet man laut der OVB Vermögensberatung die Pflegetagegeld- und Pflegerentenversicherung. Kommt es dann irgendwann zur Pflegebedürftigkeit, zahlt die Pflegetagegeldversicherung gegen Nachweis einen vereinbarten festen Betrag für jeden Pflegetag, unabhängig von den tatsächlich anfallenden Pflegekosten. Bei den Pflegerenten sind zwar die Beiträge etwas höher als die der Pflegetagegeldversicherung, bleiben dafür aber während der Vertragslaufzeit in der vereinbarten Höhe bestehen. Die private Absicherung für einen möglichen Pflegefall gibt nicht nur finanzielle Sicherheit und schützt die eigenen Ersparnisse sowie die der Angehörigen, sie beinhaltet auch ein Mitspracherecht über die Art der Pflege. Die Pflegebedürftigkeit bei Inanspruchnahme der Leistungen aus einer privaten Pflegezusatzversicherung wird abweichend von der gesetzlichen Pflegeversicherung in einem vereinfachten Verfahren festgestellt, etwa über eindeutig beschriebene Grundfertigkeiten. In der gesetzlichen Pflegeversicherung ergeben sich die jeweiligen Pflegestufen aus dem Zeitaufwand für Körperpflege, Ernährung, Mobilität und Hauswirtschaft des zu Pflegenden. Wer seinen gewohnten Lebensstil auch im Ruhestand und bei Pflegebedürftigkeit aufrecht halten will, sollte sich bereits in jungen Jahren Gedanken über eine private Pflegeversicherung machen, um im Alter abgesichert zu sein.