Neue Biomarker helfen bei der Früherkennung von Nierenerkrankungen

mp Berlin - Neue Biomarker sieht man in den Proteinen NGAL und KIM-1, die im Urin nachgewiesen werden können.mp Berlin - Neue Biomarker sieht man in den Proteinen NGAL und KIM-1, die im Urin nachgewiesen werden können.
Carsten Jünger / pixelio.de

Je eher eine Erkrankung erkannt wird, um so besser ist sie zu behandeln. Bei Nierenerkrankungen gestaltet sich das bislang schwierig und soll durch ein neues Diagnoseverfahren verbessert werden. Akutes Nierenversagen ist nicht durch typische Symptome gekennzeichnet. Deshalb wird die Diagnose oft erst spät gestellt. Ein Anhaltspunkt ist ein erhöhter Kreatininwert im Blut (Serum-Kreatinin).Normalerweise wird das Stoffwechselprodukt Kreatinin über die Niere mit dem Urin ausgeschieden. Ist die Nierenfunktion gestört, häuft es sich im Blut an. Eine solche Störung kann von einer länger andauernden Minderdurchblutung der Niere verursacht werden. Deren verschiedene Auslöser sind meist gut behandelbar. Genauso bewirkt auch eine Gewebeschädigung der Niere erhöhte Kreatininwerte. Diese fortgeschrittene Funktionsstörung hat aber eine weitaus schlechtere Prognose und macht oft eine Dialyse-Behandlung erforderlich. Ein erhöhter Kreatininspiegel im Blut erlaubt somit keine Aussage darüber, in welchem Ausmaß die Niere tatsächlich geschädigt ist. Darüber hinaus besteht sogar die Möglichkeit, dass eine Nierenschädigung das Serum-Keratinin gar nicht verändert und gänzlich unentdeckt bleibt. Hier sollen neue Biomarker künftig Abhilfe schaffen.Als Biomarker bezeichnet man Stoffe, die im Organismus nachweisbar und auf bestimmte Stoffwechselvorgänge zurückzuführen sind. Ein solcher Marker ist auch das Kreatinin. Neue Biomarker sieht man in den Proteinen NGAL und KIM-1. Diese werden von einer geschädigten Niere gebildet und können im Urin nachgewiesen werden. Dabei sprechen hohe Werte für eine akute Schädigung. Das ist das Ergebnis einer Studie mit fast 1700 Teilnehmern. Kombiniert nun ein Arzt die Messwerte dieser Biomarker mit den Werten des Serum-Keratinins, kann er genauer einschätzen, welches Risiko der Patient für ein Nierenversagen hat. Das könnte den Medizinern künftig helfen, frühzeitig eine auf den Patienten zugeschnittene Behandlungsstrategie zu entwickeln, vermutet Prof. Kai Schmidt-Ott, Nierenspezialist der Charité in Berlin.