Behandlungen psychischer Erkrankungen müssen frühzeitig beginnnen

mp Berlin - Volkskrankheit psychische Störungenmp Berlin - Volkskrankheit psychische StörungenGerd Altmann / pixelio.de

Größere Anstrengungen zur Bekämpfung und Prävention von psychischen Erkrankungen fordert der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP). Die Zunahme an diagnostizierten psychischen Erkrankungen, und der daraus resultierenden Arbeitsausfallzeiten und vorzeitigen Verrentungen haben den BDP veranlasst, von allen öffentlichen und privaten Institutionen der Gesundheitsversorgung energisch für ein ausreichendes Angebot psychologischer wie psychotherapeutischer Hilfen einzutreten, um den seelischen Volkskrankheiten angemessen begegnen zu können. Je später ein Handlungsbedarf an Prävention und Therapie auf diesem Gebiet erkannt würden, desto höher würden letztlich die Kosten für die Gesellschaft und desto größer das Leid sein, das psychische Erkrankungen für die Betroffenen verursachen, so BDP-Vizepräsident Heinrich Bertram. Das lasse sich nicht durch anachronistische Bedarfsermittlung verhindern, wie sie gerade wieder im Zusammenhang mit dem Versorgungsstrukturgesetz festgeschrieben werde. Vielmehr gelte es, sich an Beispielen zu orientieren, wie sie einige große Unternehmen mit ihren Gesundheitsmanagement geschaffen haben, um psychischer Überbelastung am Arbeitsplatz rechtzeitig vorzubeugen. Erhebliche Defizite sieht der BDP sowohl in der Gesundheitsvorsorge als auch auf dem Gebiet der psychotherapeutischen Versorgung. Er fordert deshalb eine am tatsächlichen Bedarf ausgerichtete Planung sowohl der stationären als auch der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung. Wartezeiten von bis zu sechs Monaten auf einen Therapieplatz müssten nicht nur im Interesse der Patienten, sondern auch wegen der Gefahr einer Chronifizierung und der daraus resultierenden gesamtgesellschaftlich anfallenden Kosten durch Arbeitsausfall oder vorzeitige Verrentung dringend abgebaut werden. So wie auf anderen Feldern in der Medizin dafür gesorgt werde, neue Erkenntnisse zum Wohle der Patienten rasch in die Praxis zu überführen, müssten auch in der psychotherapeutischen Versorgung wissenschaftlich anerkannte Psychotherapieverfahren zügig in die Versorgung aufgenommen werden.