Angehörige sind hilfreich bei der Genesung psychisch Kranker

mp Hamburg - Die Familienangehörigen sind eine sehr wichtige Stütze für psychische Erkrankte.mp Hamburg - Die Familienangehörigen sind eine sehr wichtige Stütze für psychische Erkrankte.S. Hofschlaeger / pixelio.de

Nahe Verwandte von psychisch Erkrankten sollten in die Therapie miteinbezogen werden. Das hilft sowohl den Patienten, als auch den Angehörigen. Psychisch Kranke brauchen nicht nur ärztliche Betreuung, sondern auch die liebevolle und geschulte Unterstützung ihrer Familie. Doch nur jede 50. psychiatrische Klinik im deutschen Sprachraum bietet eine Angehörigengruppe oder familientherapeutische Hilfe an. Das bemängelt auch Dr. Josef Bäuml, leitender Oberarzt in der Klinik für Psychiatrie am Klinikum rechts der Isar. Er will nun dazu beitragen diese Lücke zu schließen: „Unser Ziel ist es, auch in Deutschland die Angehörigen verstärkt zu integrieren. Neue Versorgungsformen wie die psychiatrische Akutversorgung im häuslichen Umfeld, das sogenannte Home treatment, bieten Chancen, Angehörige von Anfang an in das Behandlungskonzept zu integrieren und auch entsprechende finanzielle Mittel dafür zu erhalten.“ Wissenschaftliche Studien zeigen, dass alleine durch die Einbeziehung der Angehörigen das Risiko für eine stationäre Wiederaufnahme um 20 Prozent reduziert und der Übergang der Erkrankung in ein chronisches Stadium präventiv verhindert werden kann. Hinzu kommt, dass dies nicht nur den Patienten hilft, sondern auch den Angehörigen selbst. Wie eine Studie ergab, sind Angehörige von psychisch Erkrankten gesundheitlich besonders belastet: Rund 60 Prozent von ihnen haben Beschwerden, die selbst behandlungsbedürftig sind.