Wörter schmecken

mp München - Wie schmeckt das Wort „Karriere“? Synästheten können eine Antwort auf diese Frage geben.mp München - Wie schmeckt das Wort „Karriere“? Synästheten können eine Antwort auf diese Frage geben.
Tony Hegewald / pixelio.de
Faszinierend und unglaublich: Menschen, die Wörter schmecken können oder Zahlen in Farbe sehen. Es gibt Menschen, die Wörter schmecken können oder Zahlen in Farbe sehen. Synästhesie heißt das faszinierende Phänomen. Dieses Phänomen wird Synästhesie genannt. Wie kommt es zu dieser außergewöhnlichen Verknüpfung von Sinneseindrücken im Gehirn? Der Frage ist Dr. Valentin Riedl, Abteilung für Neuroradiologie, und sein Team am Klinikum rechts der Isar in München nachgegangen. Die außergewöhnlichen Sinnes-Verknüpfungen zwischen Sehen und Schmecken entstehen offenbar durch eine vermehrte funktionelle Koppelung von Hirnregionen. Im menschlichen Gehirn gibt es Netzwerke verknüpfter Hirnareale, die jeweils für spezielle Aufgaben zuständig sind. Erstaunlicherweise sind diese Netzwerke bereits unter Ruhebedingungen gekoppelt, also auch dann, wenn die betreffende Person mit geschlossenen Augen ruht. Die Neurowissenschaftler wollten wissen, wie sich diese gekoppelten Ruhe-Netzwerke bei Synästheten darstellen. Dazu erfassten sie zunächst durch psychologische Tests verschiedene Aspekte der individuellen Wahrnehmungen von zwölf Teilnehmern, die mit diesen speziellen Fähigkeiten ausgestattet sind. Anschließend analysierten sie in einer zehnminütigen Messung mittels funktioneller Kernspintomographie deren Hirnruhezustand. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass bei Synästheten die Netzwerke unter Ruhe viel stärker verknüpft sind, als bei Menschen mit normaler Wahrnehmung.