Wieder Sehen dank Kohlenstoff?

mp Düsseldorf - Das Ersetzen zerstörter Sinneszellen verlangt nach einem Werkstoff, der auf der biologischen Ebene der Nervenzellen funktioniert.mp Düsseldorf - Das Ersetzen zerstörter Sinneszellen verlangt nach einem Werkstoff, der auf der biologischen Ebene der Nervenzellen funktioniert.
Gerd Altmann / pixelio.de
Die Implantat-Medizin steht vielleicht vor einer großen Wende. Das Ersetzen zerstörter Sinneszellen, das zum Beispiel bei Seh- oder Hörverlust notwendig wäre, verlangt nach einem Werkstoff, der auf der biologischen Ebene der Nervenzellen funktioniert. Er muss zu der Größenordnung der Zellstrukturen passen und sich in das wässrige biologische Milieu integrieren, ohne dadurch Schaden zu nehmen. Um als mikroelektronische Schnittstelle funktionieren zu können, braucht das Material zudem auch noch spezielle leitende Eigenschaften. Das bislang in diesem Bereich eingesetzte Silizium hat zwar die für die spezielle Mikroelektronik die notwendige Voraussetzung, verhält sich aber im biologischen Umfeld problematisch. In dem europaweiten Projekt Neurocare wird jetzt die Anwendung eines neuen Materials auf Kohlenstoffbasis für die Implantat- Medizin erforscht. "Wir konzentrieren uns darauf, neue Bio-Interfaces aus Kohlenstoff zu entwickeln, die noch besser vom lebenden Gewebe angenommen werden und an denen auch weniger Probleme mit Biofouling - also Verkeimen - auftreten", berichtet Prof. Andreas Offenhäusser, Leiter des Bereichs Bioelektronik am Institute of Complex Systems (ICS-8) und Peter Grünberg Institut (PGI-8) des Forschungszentrums Jülich.Schon vor dem Start von Neurocare wurde gemeinsam mit Münchner Forschern der neue Nano-Kohlenstoff Graphen im Kontakt mit lebendem Gewebe untersucht: Die Wissenschaftler ließen erfolgreich Herzzellen auf einem Graphen-Chip wachsen.