Wie gefährlich sind Rotavieren?

mp Königsstein - Bei Impfungen müssen auch immer die Nebenwirkungen bedacht werden.mp Königsstein - Bei Impfungen müssen auch immer die Nebenwirkungen bedacht werden.
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Rotavieren sind die häufigste Ursache für Magen-Darm-Erkrankungen. Da das Virus äußerst ansteckend ist, sind fast alle Kinder bis zu einem Alter von fünf Jahren damit infiziert worden. In Industrieländern sind Todesfälle äußerst selten. Hier verstirbt jährlich etwa eines von 100.000 erkrankten Kindern an den Folgen der Infektion. In Entwicklungsländer sind es dagegen laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 500.000 Kinder pro Jahr. Daher ist davon auszugehen, dass die hohe Sterblichkeitsrate nicht auf der Aggressivität des Erregers beruht. Sie ist eher in den unzureichenden Hygienestandards, der mangelhaften medizinischen Versorgung und dem schlechten Ernährungs- und Allgemeinzustand der Patienten zu sehen.Gegen die Ursachen einer Rotaviereninfektion gibt es keine Therapie. Es werden lediglich die Symptome wie Durchfall und Erbrechen behandelt. Mit leichter Kost, viel Flüssigkeit und gegebenenfalls der Gabe von Elektrolytlösungen, bekommt man die Beschwerden schnell in den Griff. In schweren Fällen muss der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt durch Infusionen reguliert werden. Vorbeugend besteht die Möglichkeit einer Impfung.Doch Impfungen gibt es nicht ohne Nebenwirkungen. So treten bei der Rotavierenimpfung häufig Appetitverlust, und Erbrechen und Fieber auf. Auch Durchfall und Bauchschmerzen bis hin zu Krampfanfällen sind nicht selten. Besonders kritisch ist die mögliche, jedoch vorübergehende Zunahme von lebensbedrohlichen Darmeinstülpungen, Invaginationen genannt, zu sehen. Sie können innerhalb von sieben Tagen nach der ersten Impfdosis auftreten. Geimpft wird in zwei oder drei Teilimpfungen in Form einer Schluckimpfung. Die Kosten werden nicht von allen Krankenkassen übernommen. Es gibt somit genügend Anlass, das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Impfung genauestens abzuwägen.