Wenn das Blut in den Adern gefriert

mp Düsseldorf - Angst und depressive Verstimmungen verstärken die Blutgerinnung.mp Düsseldorf - Angst und depressive Verstimmungen verstärken die Blutgerinnung.
Katzensteiner / pixelio.de
Blut versorgt unseren Körper mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen. Deshalb ist eine ausreichende Durchblutung maßgeblich für die Gesundheit. Doch Angst und depressive Verstimmungen lassen das Blut in den Adern stocken. Die Blutplättchen werden aktiviert und binden sich dann schneller aneinander. Das führt zu Verklumpungen des Blutes. Zudem bildet sich verstärkt Fibrin. Der Stoff ist für die Blutgerinnung verantwortlich und verursacht so genannte Fibrinpfropfen. Haben sich in den Blutgefäßen bereits derartige Pfropfen gebildet, verhindert die erhöhte Konzentration von Fibrin im Blut, dass diese abgebaut werden. Für gesunde Menschen stellt das ein erhöhtes Risiko dar, einen Herzinfarkt zu erleiden.Bei Betroffenen, die bereits einen Infarkt hinter sich haben, steigt die Gefahr für einen weiteren. Das wird noch dadurch verstärkt, dass viele Patienten besonders nach einem Herzinfarkt an Ängsten und Depressionen leiden. Wie stark der jeweilige Einfluss auf die Blutgerinnung und somit auf den späteren Krankheitsverlauf ist, untersucht jetzt eine Forschergruppe unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Franziska Geiser, Direktorin der Klinik und Polyklinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn. „Dabei interessiert uns besonders, ob es sich um eine allgemeine Stressreaktion handelt, die durch Angst und Depressionen gleichermaßen ausgelöst wird, oder ob etwa Ängste einen höheren Einfluss auf die Gerinnung haben als depressive Verstimmungen“, so die Medizinerin.