Vorsicht vor Reisekrankheiten

Im Herbst beginnt wieder die Zeit für Fernreisen. Exotische Städte, abenteuerliche Rundreisen oder einfach nur Strandurlaub unter Palmen – immer mehr Deutsche leisten sich diesen Luxus. Leider lauern in fernen Ländern aber auch Reisekrankheiten, die von einfachem Durchfall bis zur schweren Hepatitis reichen.

Schutz vor Reisekrankheiten vor und während der Reise

Urlauber können sich vor vielen Reisekrankheiten durch ein paar einfache Verhaltensregeln schützen. Manchmal jedoch sollte auch über eine medizinische Prophylaxe wie eine Impfung nachgedacht werden. Wenn es dann trotz aller Vorsicht zu einer Infektion kommt, leistet die Reisekrankenversicherung wertvolle Dienste.

 

Ob Hepatitis, die immer häufiger auftretende Fischvergiftung Ciguatera oder der klassische Reisedurchfall – gerade in vielen beliebten Urlaubsländern sind sie besonders verbreitet. Über welche Reisekrankheiten man unbedingt Bescheid wissen sollte, wie sich eine Ansteckung vermeiden lässt und was im Fall einer Infektion zu tun ist, weiß Reiseexpertin Esther Grafwallner von der ERV (Europäische Reiseversicherung).

Ciguatera – die gefährliche Fischvergiftung

Ciguatera – eine hierzulande bisher weitgehend unbekannte Fischvergiftung – greift wegen des zunehmenden Ferntourismus immer weiter um sich. Symptome der Vergiftung sind: Durchfall mit Bauchschmerzen, Schwitzen und Schüttelfrost. Im weiteren Verlauf sind Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen, Schwächegefühl, Muskelkrämpfe oder Erbrechen zu beobachten.

Gefährungsgebiete sind die Karibik und Korallenriffe am Indischen Ozean

„Besonders gefährdet sind Urlauber in der Karibik, aber auch am Pazifik und am Indischen Ozean in der Nähe von Korallenriffen“, weiß die Expertin der ERV. Das Problem: Infizierte Fische sind weder erkennbar, noch schmecken sie anders – und das zugrunde liegende Algengift wird auch durch Kochen, Braten oder Grillen nicht zerstört. Die Expertin hat einen Tipp, wie Reisende sich gegen diese typische Reisekrankheit schützen können: „Das Ciguatoxin, also das auslösende Gift, stammt von Mikroorganismen, die auf Algen leben. Bei ungewöhnlichem Algenbefall von Riff und Meer sollte auf den Verzehr von Fisch deshalb verzichtet werden. Auch nach Stürmen und Unwettern, die das Meer stark aufwühlen, sollte Fisch gemieden werden.

Durchfall steht bei Reisekrankheiten an erster Stelle

“Diarrhoe kommt recht häufig vor und verläuft meistens glimpflich. Manchmal kann sie jedoch einen gefährlichen Verlauf nehmen: Kommt es wegen des Flüssigkeitsverlustes zur Austrocknung des Körpers, kann es sogar lebensgefährlich werden. Meist sind Erreger wie zum Beispiel Colibakterien oder Salmonellen die Ursache der Erkrankung.

Schutz vor Durchfall während der Reise

Eine Infektion lässt sich in vielen Fällen aber vermeiden: „Reisende sollten darauf achten, Trinkwasser abgepackt zu kaufen und dieses auch zum Zähneputzen zu verwenden“, so die Reiseexpertin. Vieles, woran die Einheimischen gewöhnt sind, bereitet dem europäischen Magen Schwierigkeiten. An die fremdländische Küche sollte man sich daher langsam herantasten. Ansteckungsgefahr geht häufig von Eiswürfeln und Speiseeis aus.

Obst und Gemüse nur geschält essen

Wenn Urlauber darauf verzichten, verringern sie das Erkrankungsrisiko erheblich. Für Obst und Gemüse gilt die alte Tropenregel: „Koch es, schäl es oder vergiss es“, rät die Expertin. „Kommt der Reisedurchfall trotzdem, kann eine gut sortierte Reiseapotheke und viel Trinken Linderung verschafft.

 

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