Vorsicht, das kann ins Auge gehen

mp München - Unscharfes Sehen bei Einnahme von bestimmten Medikamenten überprüfen lassen.mp München - Unscharfes Sehen bei Einnahme von bestimmten Medikamenten überprüfen lassen.
Gabriele Planthaber / pixelio.de
Die Wirkstoffe von Arzneimitteln, die im Rahmen der Behandlung einer Infektion verordnet wurden, gelangen über den Blutkreislauf auch ins Auge. „Dort haben oft kleinste Veränderungen schwere Funktionsstörungen zur Folge“, so Professor Dr. med. Klaus-Peter Steuhl, Präsident der Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG).Das Auge reagiert oft höchst sensibel auf bestimmte Medikamente. So bewirkt das Pilzmedikament Voriconazol häufig Sehstörungen, die sich in Form von verschwommenem Sehen, gesteigerter Lichtempfindlichkeit und gestörtem Farbensehen äußern können.Auch die Behandlung bakterieller Infekte geht häufig mit einer Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit des Sehens einher. Je nach Antibiotikum reicht das Spektrum der Sehschädigung von einer kurzzeitigen Sehverschlechterung bis hin zu irreversiblen Schäden am Nervenapparat des Auges.Telithromycin, häufig eingesetzt bei Lungenentzündungen, kann die Nah-Fern-Einstellung des Auges behindern und zum Sehen von Doppelbildern führen. Das Antibiotikum Linezolid, das bei der Therapie des Problemkeims MRSA Anwendung findet, kann dauerhafte Schäden am Sehnerv verursachen.Um solche Folgeerkrankungen am Auge im zu minimieren, rät die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft, augenärztliche Untersuchungen bei der Behandlung bestimmter Erkrankungen schon im Vorfeld mit einzuplanen. Beim Auftreten von Sehstörungen muss frühzeitig reagiert werden.