Vom Frustkauf zur Kaufsucht

mp Hamburg - Der Wunsch zu kaufen, wird bei immer mehr Menschen zu einem unkontrollierbaren Drang.mp Hamburg - Der Wunsch zu kaufen, wird bei immer mehr Menschen zu einem unkontrollierbaren Drang.
Uwe Steinbrich / pixelio.de
Als beliebter Zeitvertreib gilt bei vielen Menschen ein Einkaufsbummel. Hierbei kann man sich entspannen und neue Eindrücke gewinnen. Doch der Wunsch zu kaufen, wird bei immer mehr Menschen zu einem unkontrollierbaren Drang. Bundesweit leiden laut der Techniker Krankenkasse (TK) etwa 800 000 Menschen unter einem Kaufzwang. Dabei geht es gewöhnlich nicht um die erstandenen Objekte selbst, sondern vielmehr um das Glücksgefühl während des Kaufvorgangs. Doch empfinden sie nicht diese Glücksgefühle, wenn sie mit vollen Einkaufstüten das Kaufhaus verlassen, sondern meist nur Reue.Die Kaufsucht beginnt meist schleichend, sie wird laut TK-Psychologin Inga Margraf erst als solche erkannt, wenn sie sich zu Hause aufgrund überquellender Schränke und voller Keller vor Familie und Freunden nicht mehr verbergen lässt. Oft ist es auch das drohende finanzielle Fiasko, der die Betroffenen dazu zwingt, sich zu ihrem krankhaften Kaufverhalten zu bekennen und Hilfe zu suchen und anzunehmen. "Ursache ist oft eine Depression, die nicht selten von anderen Zwangsverhalten wie etwa einer Ess-Störung und übersteigerten Ängsten begleitet wird. Auch verbirgt sich hinter dem zwanghaften Shoppen häufig eine verzweifelte Suche nach Anerkennung und Liebe", so Margraf.Um dem Kaufdrang kurzfristig zu widerstehen, ist es hilfreich, beispielsweise Kreditkarten zurückzugeben. Sinnvoll kann auch sein, einen begrenzten Geldbetrag festzulegen, mit dem man wöchentlich auskommen muss. Zudem kann es helfen, vor dem Einkaufen aufzuschreiben, was wirklich benötigt wird. Auch mit dem Aufsuchen einer Selbsthilfegruppe kann gegen die Kaufsucht angegangen werden. In schwerwiegenden Fällen sollten Betroffene jedoch erwägen, therapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.