Verlängerung der Lebenszeit bei Prostatakrebs durch Schmerzmittel

Die Lebenszeit von Patienten mit Prostatakrebs soll sich durch ein Schmerzmittel verlängern lassen. Wie Wissenschaftler der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin und der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn im "Journal of Nuclear Medicine" berichten, soll das Schmerzmittel Re-188 HEDP eine Tumor hemmende Wirkung haben. Im Frühstadium machen die Tumore keine Beschwerden, später können Knochenschmerzen, Blasenprobleme und Blutarmut auftreten. "Dann haben sich meist bereits Metastasen in den Knochen gebildet", berichtet Prof. Dr. Hans-Jürgen Biersack vom Universitätsklinikums Bonn. In der aktuellen Studie behandelten die Ärzte des Universitätsklinikums mit dem Präparat 60 Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom und Knochenmetastasen. Etwa ein Drittel erhielt eine Re-188 HEDP-Injektion innerhalb von zwei Monaten, eine zweite Gruppe zwei Behandlungen und ein dritte Gruppe bekam sogar drei bis acht Verabreichungen im Abstand von zwei Monaten. "Die Überlebenszeit der Patienten konnte bei einer Therapie um etwa 4,5 Monate gesteigert werden, bei zwei um rund 10 Monate und bei drei und mehr Therapien sogar um bis zu 15,6 Monate“, sagt Prof. Biersack.Die Wirkung des radioaktiven Rheniumpräparates Re-188 HEDP soll darauf beruhen, dass es sich im stoffwechselaktiven Randbereich des normalen Knochens um die Metastase herum anreichert. "Es erfolgt daher eine Bestrahlung, die aus unmittelbarer Nachbarschaft auf die Metastase wirkt", so der Wissenschaftler.