Unterstützende Impfung bei Leberkrebs-Therapie

Die Ursache für das Entstehen von Leberkrebs ist häufig eine chronische Infektion mit dem Hepatitis B Virus (HBV). Die Erkrankung kann trotz großer Fortschritte in der Behandlung noch nicht effektiv therapiert werden. Eine viel versprechende Strategie, die HBV-Infektion vollständig und langfristig zu kontrollieren, ist die gezielte Stimulation des Immunsystems der Patienten. Die Arbeitsgruppe um Professor Dr. Mengji Lu am Universitätsklinikum Essen testet diesen Ansatz nun im Tiermodell.Einen Lösungsansatz sehen die Forscher in der Kombination von verschiedenen Strategien. So soll das Immunsystem durch eine Impfung unterstützt, ergänzend jedoch auch die Vermehrung des Virus in den Zellen unterdrückt werden. Letzteres will das Team um Professor Lu dadurch erreichen, dass es dem Virus künstliche Bausteine – sogenannte Nukleosidanaloga – "unterjubelt". Diese wirken bei der Vervielfältigung des Virus-Erbgutes wie Sand im Getriebe. Der Prozess kommt ins Stocken und letztlich zum Stillstand.Den neuen kombinierten Therapieansatz testen die Forscher derzeit an Murmeltieren, die chronisch am Murmeltier-Hepatitis-Virus (WHV) erkrankt sind. Sollte sich die Strategie als erfolgreich erweisen, wäre diese Herangehensweise eine Grundlage zur Entwicklung einer entsprechenden Kombinationstherapie beim Menschen.