Unterschiedliche Wirkung von Psychopharmaka bei Männern und Frauen

mp Berlin – Bei Männern und Frauen müssen Medikamente unterschiedlich dosiert werden.mp Berlin – Bei Männern und Frauen müssen Medikamente unterschiedlich dosiert werden.
Thommy Weiss / pixelio.de

Männer und Frauen sind verschieden. Was ihre Körperphysiologie betrifft, handelt es sich hier um mehr als nur ein Vorurteil. Konstitution und Stoffwechsel unterscheiden sich mitunter erheblich. Ein Grund dafür, dass Medikamente, und insbesondere Psychopharmaka, sehr unterschiedlich bei ihnen wirken und die Dosierung entsprechend angepasst werden muss. Beispielsweise haben Frauen mehrheitlich einen höheren Körperfettanteil als Männer. Dadurch verteilen sich fettlösliche Medikamente ganz anders und es zeigt sich bei gleicher Dosierung meist ein höherer Wirkstoff-Spiegel im Blut als bei Männern. Darüber hinaus haben auch Körpereigene Hormone Einfluss auf die Wirkweise von Arzneimitteln. So sprechen Frauen vor den Wechseljahren oft besser auf bestimmte Antidepressiva an als danach. Ein weiterer Aspekt ist die Behandlung von Frauen im gebärfähigen Alter. Ungeplante Schwangerschaften sind immer möglich. Bei Frauen dieser Altersgruppe sollten besser keine Präparate eingesetzt werden, die sich schädlich auf das ungeborene Kind auswirken können. „Grundsätzlich empfiehlt es sich für Frauen, die psychopharmakologisch behandelt werden, diese Aspekte auch selbst dem Arzt gegenüber anzusprechen“, rät Prof. Dr. Anke Rohde als Vertreterin des „Referates für Frauen- und geschlechtsspezifische Fragen“ der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin.