Unterentwickelte Lungen bei Neugeborenen

mp Hamburg - Moderne Ultraschallverfahren ermöglichen es laut der DEGUM, beim Fötus eine mangelnde Ausreifung der Lunge in einem frühen Stadium der Schwangerschaft zu diagnostizieren.mp Hamburg - Moderne Ultraschallverfahren ermöglichen es laut der DEGUM, beim Fötus eine mangelnde Ausreifung der Lunge in einem frühen Stadium der Schwangerschaft zu diagnostizieren.
AOK-Mediendienst
Eine oft tödlich verlaufende Lungenhypoplasie ist eine schwere Unterentwicklung der Lunge bei Föten. Etwa eines von 1 000 Neugeborenen leidet daran. Ursachen für eine Lungenhypoplasie können ein Fruchtwassermangel, eine angeborene Skeletterkrankung, eine Fehlbildung des Zwerchfells oder eine Flüssigkeitsansammlung in der Brusthöhle des Fötus sein. Sie beeinträchtigen die Entwicklung der Lunge schwer und nachhaltig. Moderne Ultraschallverfahren ermöglichen es laut der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM), diese mangelnde Ausreifung der Lunge in einem frühen Stadium der Schwangerschaft zu diagnostizieren. Diese frühe Diagnose ermöglicht betroffenen Eltern und Ärzten, die erforderlichen Vorbereitungen für die Entbindung zu treffen und mögliche Therapien zu planen. Um die Lungen-Unterentwicklung festzustellen zu können, untersuchten die Mediziner mittels 3-D-Ultraschall das Lungenvolumen von über 300 Föten. Die Mütter der ungeborenen Babys befanden sich zwischen der 18. bis 34. Schwangerschaftswoche. Aus den gewonnenen Daten erstellten die Experten Normkurven, die Aufschluss darüber gaben, wie groß das durchschnittliche Lungenvolumen von Föten je nach Alter oder Schwangerschaftsdauer ist. Die Messergebnisse zeigen, dass das Lungenvolumen ungeborener Babys etwa ab 22 Schwangerschaftswochen kontinuierlich zunimmt. Für die Studie wurden auch zwölf Ungeborene untersucht, die aufgrund angeborener Krankheiten ein erhöhtes Risiko für eine Lungenhypoplasie aufwiesen. Bei elf der zwölf ungeborenen Kinder nahm das Lungenvolumen kaum zu und lag deutlich unter dem altersabhängigen Durchschnittswert. Nach der Geburt wiesen die Kinder tatsächlich eine auffällige Unterentwicklung der Lunge auf."Wird beispielsweise eine Lungenhypoplasie vor der Geburt diagnostiziert, sollte die Entbindung unbedingt in einem Perinatalzentrum erfolgen, wo die zur Therapie notwendigen neonatologischen Spezialisten zur Verfügung stehen", empfiehlt Prof. Dr. med. Eberhard Merz von der Frauenklinik am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt.