Unfall im Skiurlaub – und wer zahlt?

SkifahrenFoto: stegmedia

Sonne, Schnee und Après Ski – ist die Wintersportsaison einmal eröffnet, gibt es für eingefleischte Ski- und Snowboardfans kein Halten mehr: Die Massen strömen tatendurstig auf die perfekt präparierten Pisten und genießen die Vorzüge der weißen Pracht

Dabei ist die Unfallgefahr gerade auf gut besuchten Pisten besonders hoch, da die Wintersportler sich darauf gefährlich nahe kommen. Hier kann eine übersehene Kreuzung oder ein zu spätes Bremsen schnell zu einem heftigen Zusammenstoß führen.

55.000 Skiunfälle pro Jahr


Laut der „Stiftung Sicherheit im Skisport“ ereignen sich in einer Skisaison rund 55.000 Skiunfälle. Dabei hängen Art und Schwere der Verletzung immer vom Untergrund ab, also davon, ob es mehr oder weniger Schneeauflage in den Skigebieten hat. Insgesamt seit ein langfristiger Trend zu sehen, dass die Ski-Unfallzahlen in den letzten 30 Jahren gesunken sind. Seit dem spektakulären und tragischen Unglück in den österreichischen Alpen, in den ein deutscher Politiker verwickelt war, sinken die Kopfverletzungen. Dies sei vor allem der vermehrten Bereitschaft der Skifahrer zum Helm geschuldet. Die meisten Skiverletzungen treffen das Knie (Männer 24,5 % Frauen 42,6 %), die am zweit häufigsten verletzte Körperregion ist die Schulter (Männer 24,5 %, Frauen 12,6 %).

Mehrere 1000 Euro pro Rettungsflug


Der zieht dann mitunter nicht nur körperliche Schmerzen, sondern auch drastische finanzielle Belastungen nach sich: Wird bei dem Unfall nämlich eine andere Person verletzt, muss der Unfallverursacher gegebenenfalls die teuren Behandlungs- und Rücktransportkosten des Verletzten zahlen. „Nachdem allein ein Rettungsflug mehrere tausend Euro kostet und oft noch zusätzlich Arzt- und Therapiekosten anfallen, kann solch ein Unfall schnell zu einem finanziellem Desaster werden“, warnen die ERGO Experten. „Deshalb ist eine private Haftpflichtversicherung besonders wichtig. Sie sichert den Wintersportler zuverlässig ab, wenn er für die Verletzungen anderer die Verantwortung übernehmen muss.“
 

 

Vor Unfallfolgen absichern


Viele Ski- und Snowboardfahrer suchen den Kick einer rasanten Abfahrt und folgen dem Motto „schneller, höher, weiter“. Kleinere oder größere Missgeschicke sind dabei fast an der Tagesordnung. Auch wenn die meisten verunglückten Skifahrer mit blauen Flecken, Dehnungen oder Zerrungen noch glimpflich davonkommen, ist und bleibt Skifahren eine Risikosportart. Immer wieder kommt es dabei auch zu Unfällen mit ernsthaften und lebensbedrohlichen Verletzungen. „In Anbetracht dieser Gefahr sollten passionierte Wintersportler vorsorglich den Abschluss einer privaten Unfallversicherung in Erwägung ziehen“, raten die Experten. Denn: Anders, als viele denken, greift die gesetzliche Unfallversicherung bei Unfällen in der Freizeit nicht.

Monatliche Rentenleistung


Dagegen zahlt eine private Unfallversicherung dem Verunglückten bei bleibenden körperlichen Beeinträchtigungen nach einem Unfall eine vorher vereinbarte Versicherungssumme aus – abhängig vom Grad der Beeinträchtigung. Damit kann der Betroffene beispielsweise sein Haus barrierefrei umbauen oder andere Unterstützung finanzieren. Bei einem Invaliditätsgrad von über 35 Prozent zahlen einige Versicherungen auch eine monatliche Rentenleistung. Darüber hinaus bieten gute Unfallversicherer Serviceleistungen wie Fahr-, Wäsche- oder Menüdienste an, die dem Betroffenen maßgeblich bei der Bewältigung des Alltags helfen.
 

 

Schutz vor teurem Rücktransport


Neben einer Haftpflicht- und Unfallversicherung ist auch eine Auslandskrankenversicherung für Wintersportler ein absolutes Muss. Denn die gesetzliche Krankenversicherung bietet zwar innerhalb der Europäischen Union einen gewissen Schutz, deckt aber in den meisten Fällen nicht alle Krankheitskosten ab. Arzt- und Behandlungsgebühren werden von den gesetzlichen Krankenkassen beispielsweise nur bis zur Höhe der deutschen Regelsätze erstattet, und auch Medikamente oder Therapiemaßnahmen sind im Ausland häufig teurer als in Deutschland.

„Sind für die Bergung des Verletzten zusätzlich noch Bergrettungskräfte oder ein Helikopter im Einsatz, kann die Rechnung für den Betroffenen schnell lang und teuer werden“, warnen die Experten der ERV (Europäische Reiseversicherung). Sie empfehlen deshalb den frühzeitigen Abschluss einer Auslandskrankenversicherung, die alle Eventualitäten abdeckt. Sie bietet Betroffenen dabei nicht nur finanzielle Sicherheit vor teuren Behandlungskosten, sondern übernimmt bei Bedarf auch einen Krankenrücktransport, dessen Kosten die gesetzlichen Krankenkassen nicht tragen.