Ultraschall der Eierstöcke ist keine Krebsvorsorge

mp Düsseldorf - Abgemahnt: Unlautere Werbung mit Ultraschall.mp Düsseldorf - Abgemahnt: Unlautere Werbung mit Ultraschall.
Thorben Wengert / pixelio.de
Als „einzig sinnvolle Leistung“ zur Krebsvorsorge wird die Ultraschalluntersuchung zur Krebsvorsorge im Bereich der Eierstöcke in letzter Zeit gerade in Internetauftritten von Frauenarzt-Praxen beworben. Sie sei eine "wunderbare Möglichkeit, um Zysten und Tumore rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, was die Heilungschancen bei bösartigen Veränderungen zu einem hohen Prozentsatz erhöhe". Die Sonographie soll - so die Werbung vieler Frauenärzte - das „Rundum-Sorglos-Paket“ der Krebsvorsorge sinnvoll abrunden. Es wird in vielen Fällen sogar dringend dazu geraten. Und das obgleich es für den Nutzen einer vorsorglichen Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke keine wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt und die Untersuchung überdies zu den Selbstzahler-Leistungen gehört, also nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird. Dennoch ist sie mittlerweile ein Bestseller aus dem Paket der Vorsorgeleistungen, die nicht im festgeschriebenen Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen enthalten sind.Die Verbraucherzentrale NRW machte einen Check bei den Internetauftritten von 157 Frauenärzten und mahnte nun die ersten zehn Frauenarzt- Praxen ab, die massiv mit solchen Vorsorge- Leistungen werben. Der Grund: unlautere Werbung. Das Geschäft der Gynäkologen mit der Angst der Kundinnen wird damit abgestraft. Denn wissenschaftlich erwiesen ist im Zusammenhang mit der Sonographie zur Eierstockkrebs- Früherkennung nur eines:Die Sterberate bei Eierstockkrebs ist mit und ohne diese Art der Untersuchung gleich. Besteht allerdings begründeter Verdacht auf eine bösartige Veränderung der Eierstöcke, ist eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll und wird auch von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.