Überfunktion der Schilddrüse schadet dem Herzen erheblich

mp Bochum - Eine neue Studie belegt, dass Schilddrüsen-Überfunktion zu schweren Herzschäden führen kann.mp Bochum - Eine neue Studie belegt, dass Schilddrüsen-Überfunktion zu schweren Herzschäden führen kann.
Rainer Sturm / pixelio.de
Eine für den Patienten noch nicht wahrnehmbare, oft nur im Blut erkennbare, Schilddrüsen-Überfunktion erhöht das Risiko tödlicher Herzkreislauferkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall erheblich. Eine neue Analyse der internationalen Forschergruppe Thyroid Studies Collaboration mit mehr als 50 000 Teilnehmern fand jetzt heraus, dass bei Patienten mit dieser Diagnose die Rate von Herzinfarkten und deren Vorstufen um 20 Prozent erhöht war. Sogar um fast 70 Prozent höher lag sie bei Patienten mit Vorhofflimmern, einer Herzrhythmusstörung.Die Schilddrüse steuert über ihre Hormone maßgeblich viele wichtige Stoffwechselvorgänge des Körpers. Bei jüngeren Menschen ist die Ursache häufig eine Autoimmunerkrankung: „Bei der Basedow-Krankheit treiben bestimmte Antikörper die Produktion von Schilddrüsenhormonen an und der Patient entwickelt Symptome wie Zittern, Unruhe, Schweißausbrüche und Gewichtsverlust“, erläutert Professor Helmut Schatz aus Bochum. Bei älteren Menschen sind meistens „heiße Knoten“ in der Schilddrüse für die Überfunktion verantwortlich. „In beiden Fällen entzieht sich die Schilddrüse der Kontrolle durch die Hirnanhangdrüse“, erläutert der Experte. Die rechtzeitige Therapie der Schilddrüsenüberfunktion kann nach Überzeugung von Professor Schatz die Patienten vor Herzinfarkt oder Schlaganfall bewahren. Medikamente, sogenannte Thyreostatika, bremsen die Produktion der Schilddrüsenhormone. Eine andere Option ist die Radio-Jod-Therapie, bei der durch die Gabe von radioaktivem Jod gezielt Schilddrüsengewebe zerstört wird. Besteht ein großer knotiger Kropf, ist eine Schilddrüsenoperation wahrscheinlich.