Trickreiche Notbremse von Krebszellen entdeckt

mp Zürich - Krebszellen sind in der Lage, die Wirkung bestimmter Chemotherapeutika zu stoppen.mp Zürich - Krebszellen sind in der Lage, die Wirkung bestimmter Chemotherapeutika zu stoppen.
Markus Wegner / pixelio.de
Krebszellen sind in der Lage, sich mit einer Notbremse gegen bestimmte Krebsmedikamente zu schützen und damit deren Wirkung zu hemmen. Bisher war die Wirkungsweise vieler Krebsmedikamente unbekannt, obwohl sie zum Teil bereits seit Jahrzehnten im Einsatz sind. Eine neue Studie bringt jetzt Licht ins Dunkel. Professor Massimo Lopes und sein Team vom Institut für Molekulare Krebsforschung der Universität Zürich fanden heraus: Krebszellen können die DNS-schädigende Wirkung reparieren, die für sie von Chemotherapeutika mit den Wirkstoffen Topotecan und Irinotecan ausgehen. Es gelang ihnen auch zu zeigen, mit welchen Medikamenten diese Notbremse wieder außer Betrieb gesetzt werden kann. „Bisher war der Wirkmechanismus vergleichbar mit einem Zug, der ungebremst auf ein Hindernis auffährt und der dabei zwangsläufig entgleist“, veranschaulicht Massimo Lopes seine Erkenntnisse, „was wir nun entdeckt haben, ist die Notbremse, welche die Krebszelle selbst aktiviert, um sich zu schützen“. Dank der Entdeckung dieses Mechanismus verstehen die Schweizer Forscher nun, weshalb eine Chemotherapie wirkt oder nicht wirkt.