Gesundheit

Tödliche Infektion mit RS-Virus im Krankenhaus

mp Heidelberg - Elektronenmikroskopische Aufnahme des Respiratorisches Syncytial-Virus (RSV)mp Heidelberg - Elektronenmikroskopische Aufnahme des Respiratorisches Syncytial-Virus (RSV)
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Mit dem Erkältungsvirus RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus oder RS-Virus) haben sich jetzt 19 Patienten in der Heidelberger Universitätsklinik infiziert, drei sind nun daran gestorben. Doch solches kann sich in fast jeder Klinik wiederholen. Denn der RS-Virus ist im Winter stark verbreitet und führt bei gesunden Erwachsenen zu meist harmlos verlaufenden Erkältungskrankheiten. Verbreitet werden die Viren überwiegend über Tröpfcheninfektion, das heisst, sie werden beispielsweise beim einfachen Atmen, Niesen oder Nase putzen freigesetzt. Auch Betroffene, die noch keine Erkältungssymptome zeigen, können die Erreger übertragen. Patienten, Besucher sowie das Klinikpersonal sind mögliche Überträger.Für schwer erkrankte Risikopatienten mit geschwächtem Immunsystem können die RS-Viren aber lebensbedrohlich werden. Die 19 infizierten Personen sind Patienten in den Abteilungen Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie gewesen. Und hier werden überwiegend Menschen mit verschiedenen Formen von Blutkrebs behandelt. „Manche Patienten erhalten z.B. eine Stammzelltransplantation oder eine Chemotherapie. Ihr Immunsystem ist also nicht mehr intakt“, sagte der Ärztliche Direktor Professor Dr. Anthony D. Ho. „Sie tragen ein erhöhtes Risiko, eine schwere Lungenentzündung zu entwickeln. Ob die RSV-Infektion Ursache für das Versterben der schwerkranken Patienten war, ist unklar, denn die Patienten haben viele Probleme, aber es lässt sich auch nicht ausschließen.“ Bei den drei verstorbenen Patienten wurde der Erreger gefunden, so dass ein ursächlicher Zusammenhang nicht ausgeschlossen werden kann. Dieses dramatische Szenario aus Heidelberg kann sich jederzeit in jeder Klinik in Deutschland abspielen, da in einem Krankenhaus viele Menschen ein und aus gehen und nicht jeder auf mögliche Erreger untersucht werden kann. Hinzu kommt, dass das RS-Virus auch von Menschen übertragen wird, die keine Erkältungssymptome zeigen. Eine Infektion mit dem Virus kann auch völlig Beschwerdefrei verlaufen. Der beste Schutz vor einer Infektion mit RSV sind die üblichen hygienischen Vorsorgemaßnahmen, die wir alle von der „Schweingrippe“ oder "EHEC" her kennen: regelmäßiges Händewaschen, hygienisches Husten und Niesen in die Armbeuge sowie die Reinigung eventuell kontaminierter Gegenstände wie Kinderspielzeug.