Stammzellen-Entwicklung gibt Aufschluss über Zellteilungsprozesse

mp Würzburg - Würzburger Wissenschaftler sind auf eine besondere Form der Genregulation gestoßen.mp Würzburg - Würzburger Wissenschaftler sind auf eine besondere Form der Genregulation gestoßen.
Michael Bührke / pixelio.de

Die Entwicklung einer Stammzelle zu einer reifen, funktionstüchtigen Zelle ist ein komplexer Vorgang. Würzburger Wissenschaftler konnten jetzt wichtige Details des Geschehens aufklären. Neuronale Stammzellen sind Zellen, die dazu bestimmt sind, sich zu Nervenzellen zu entwickeln. In ihrem Erbgut tragen sie alle Informationen, die sie für diesen Prozess benötigen. Die Wissenschaftler vom Biozentrum der Universität Würzburg konnten diesen Entwicklungsvorgang jetzt genauer entschlüsseln.Demnach veranlasst ein Gen im Erbgut die Stammzelle, mit der Umwandlung in eine Nervenzelle zu starten. Das gleiche Gen sorgt aber dafür, dass genau dieser Ablauf sofort wieder gestoppt wird. Das funktioniert in dem das Gen Proteine mit unterschiedlichen Fähigkeiten herstellt. Was zunächst unsinnig erscheint, macht für den Organismus durchaus Sinn. Sind die Stammzellen erst differenziert, das heißt vollständig zu fertigen Nervenzellen entwickelt, ist keine Zellteilung mehr möglich. Der Körper benötigt aber unzählig viele Nervenzellen. Deshalb wird die Differenzierung so lange unterdrückt, bis tatsächlich funktionstüchtige Nervenzellen benötigt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Stammzellen sozusagen in Lauerstellung, können sich jedoch weiterhin munter teilen und vermehren. Den Startschuss für die Umwandlung in eine Nervenzelle gibt dann ein Protein namens miR-26 microRNA. Es blockiert die Zellteilung und stößt die Differenzierung an.Dass miR-26 microRNA die Zellteilung unterdrücken kann, ist für die Krebsforscher von besonderer Bedeutung. Zeichnet sich Krebs doch durch eine ungebremste Zellteilung aus. Und tatsächlich konnte eine Forschergruppe der Jhons Hopkins Universität in Baltimore bereits vielversprechende Erfolge verbuchen. Mit der Gabe von miR-26 microRNA ist es ihnen gelungen bei Mäusen mit einer bestimmten Form von Leberkrebs das Tumorwachstum zu stoppen.