Spermien können Rechnen

mp Düsseldorf - Wissenschaftler konnten nachweisen, dass eine erhöhte Konzentration von Lockstoffen auf dem Weg zur Eizelle mit erhöhten Kalziumwerten im Spermium zusammenhängen.mp Düsseldorf - Wissenschaftler konnten nachweisen, dass eine erhöhte Konzentration von Lockstoffen auf dem Weg zur Eizelle mit erhöhten Kalziumwerten im Spermium zusammenhängen.
Thommy Weiss / pixelio.de

Das Schwimmverhalten von Spermien wird unter anderem durch Temperaturunterschiede und die Konzentration von Lockstoffen auf dem Weg zur Eizelle bestimmt. Der Schwanz eines Spermiums weist anscheinend viele Andockstellen für diese lockenden Duftmoleküle auf und funktioniert dabei beinahe ein wenig wie unsere Nase. Haben allerdings passende Lockstoffe einmal angedockt, öffnen sich winzige Kanäle im Spermienschwanz und lassen Kalzium ins Innere des Spermiums. Wissenschaftler konnten nachweisen, dass eine erhöhte Konzentration von Lockstoffen auf dem Weg zur Eizelle mit erhöhten Kalziumwerten im Spermium zusammenhängen. Geringe Duftmolekülmengen gehen mit niedrigen Kalziumwerten im Schwanz der Samenzelle einher. Bislang ging man davon aus, dass die Spermien bei einer hohen Kalziumkonzentration ein bestimmtes Schwimmverhalten zeigen: Sie schwimmen eine gekrümmte Bahn. Ist die Konzentration von Kalzium im Schwanz gering, schwimmen die Samenzellen hingegen geradeaus.Diese Annahme lies sich aber in Versuchen nicht eindeutig belegen. Bonner Wissenschaftlern ist es in Zusammenarbeit mit anderen Forschern gelungen, das Rätsel vom Zusammenhang von Kalziumkonzentration und Schwimmverhalten zu lösen: Es ist nicht die absolute Menge an Kalzium, die ein Spermium in seinem Schwanz „misst“ und danach seinen Weg wählt. Die Samenzelle errechnet vielmehr, wie stark sich die Kalziumkonzentration in seinem Inneren verändert. Aufgrund dieser errechneten Veränderung wählt sie dann ihre Schwimmbewegung aus. Erstaunlich, denn diese Rechenoperation entspricht gymnasialem Oberstufenniveau.