Silvesterknaller können lebenslang schwerhörig machen

mid Bonn - Silvester: Warnung vor Gehörverlustmid Bonn - Silvester: Warnung vor Gehörverlust
AOK-Mediendienst

Vor Gehörschäden durch Silvesterknaller warnt die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO KHC). Ein "Knalltrauma" kann Betroffene mitunter lebenslang schwerhörig machen. Und besonders in diesem Jahr könnten die Explosionen zu Silvester noch lauter werden, da Feuerwerk aufgrund des im Jahr 2010 gelockerten Sprengstoffgesetzes jetzt 500 Gramm statt bisher 200 Gramm Sprengmasse enthalten darf. Jetzt dürfen Laien Sprengstoffmengen zündeln, die bislang nur Pyrotechniker zugänglich waren. Deshalb empfehlen die Vereinigung, sich von Knallkörpern fernzuhalten und die Ohren zu schützen. Etwa 8 000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland eine Verletzung des Innenohres durch explodierende Feuerwerkskörper. Die Folge eines solchen Knall- oder Explosionstraumas sind Hörverlust und Tinnitus. Die Betroffenen können bestimmte hochfrequente Töne nicht mehr wahrnehmen und verspüren mitunter stechende Schmerzen im Ohr, Schwindel oder das Ohr fühlt sich verstopft an. Zwar klingen die Symptome häufig ab, doch in vielen Fällen bleibt das Gehör für Monate, Jahre oder sogar lebenslang geschädigt. Besonders häufig treten Knalltraumen in der Altersgruppe zwischen 6 und 25 Jahren auf – bei Männern dreimal so oft wie bei Frauen. Um Gehörschäden zu vermeiden, muss über die Gefahren von Impulslärm durch Feuerwerkskörper aufgeklärt werden, fordert die Ärzte-Vereinigung. Dabei können Eltern, Lehrer, Ärzte und auch Mitarbeiter von Jugend- und Sozialeinrichtungen helfen. Vor allem aber müsse die Politik durch entsprechende gesetzliche Regelungen Menschen vor diesem Lärm schützen, anstatt eine Aufweichung der Beschränkungen zuzulassen.