Schlafapnoe kann Schlaganfall-Risiko erhöhen

mp Gütersloh - Wenn die Atmung nachts immer wieder aussetzt, wird der ganze Körper in Mitleidenschaft gezogen.mp Gütersloh - Wenn die Atmung nachts immer wieder aussetzt, wird der ganze Körper in Mitleidenschaft gezogen.
Corinna Dumat / pixelio.de

Setzt die Atmung eines Menschen während des Schlafens immer wieder für mehr als zehn Sekunden aus, dann spricht man von einer Schlafapnoe. Die häufigste Form dieses nächtlichen Atemstillstands wird dadurch hervorgerufen, dass die Muskulatur, die die Luftröhre umgibt, zu stark entspannt. Die Luftröhre hat dem durch die einströmende Atemluft entstehenden Unterdruck nichts mehr entgegenzusetzen und fällt zu. Der durch den kurzen Atemstillstand bedingte Sauerstoffmangel im Blut führt zum Wecksignal. Der Mensch wacht zwar dann in der Regel nicht richtig auf, die Schlafqualität wird aber erheblich beeinträchtigt. Die Folge ist tagsüber ein Gefühl großer Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Auch der Sekundenschlaf tritt häufiger auf. Forscher haben herausgefunden, dass das Schlafapnoe- Syndrom sich aber nicht nur negativ auf die Allgemeinbefindlichkeit auswirkt. Auf Dauer lässt der durch den nächtlichen Atemstillstand bedingte Sauerstoffmangel den Blutdruck steigen, das Herz pumpt kräftiger, damit alle lebenswichtigen Organe schnell wieder mit Sauerstoff versorgt werden.Diese Belastung ist vor allem für Menschen mit Schlaganfallgefährdung bedenklich. Es ist sogar möglich, dass die Schlafapnoe auf Dauer das Risiko für einen Schlaganfall erhöht. Prof. Dr. Jean Haan, Neurologe, Psychiater und Schlafmediziner, ist Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Er spricht sich dafür aus, dass gerade bei Patienten mit schwerem Schlaganfall vor der Rehabilitation eine mögliche Schlafapnoe abgeklärt werden sollte. "Der Risikofaktor ist zu bedeutend, als dass man ihn vernachlässigen dürfte," so Haan. Schlafmediziner plädieren dafür, dass der krankhafte nächtliche Atemstillstand neben Bluthochdruck und Vorhofflimmern zu den Risikofaktoren für einen Schlaganfall gezählt werden sollte.