Rote Augen

mp Düsseldorf - Antibiotika und Kortison nur nach Rat des Augenarztes einsetzenmp Düsseldorf - Antibiotika und Kortison nur nach Rat des Augenarztes einsetzen
BVA Bundesverband der Augenärzte

Entzündungen der Augenoberflächen sind meist an einem "roten Auge" zu erkennen. Sie können mit hochwirksamen Medikamenten wie Augentropfen, die Antibiotika, Kortison oder eine Kombination aus beidem behandelt werden. Voraussetzung für den Einsatz solcher Medikamente ist allerdings eine gründliche augenärztliche Untersuchung, um die Ursache der Beschwerden zu klären. Denn wenn beispielsweise ein Virus Auslöser der Entzündung ist, können Antibiotika und Kortison nichts ausrichten, sie können sogar schaden. Die Ursachen eines "roten Auges" sind vielfältig: Ein Fremdkörper kann ins Auge geraten sein. So kann die Hornhaut verletzt worden sein, oder Viren oder Bakterien können die Augenoberfläche infiziert haben. Deshalb muss die Behandlung sich gezielt gegen die jeweilige Ursache richten.Kortisonhaltige Augentropfen können bei bestimmten Krankheiten wie der Iridozyklitis – einer Entzündung der Iris – unverzichtbar sein. Doch wenn Augenärzte Kortison verordnen, dann kontrollieren sie stets, ob Nebenwirkungen auftreten. So kann der Augeninnendruck ansteigen, wodurch ein Glaukom (Grüner Star) entstehen kann. Bei manchen Patienten kann sich auch innerhalb kurzer Zeit eine bestimmte Form der Linsentrübung (Katarakt) entwickeln. Außerdem wird die körpereigene Abwehr durch Kortison geschwächt. Bei einer Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen kann das gefährlich werden: "In diesen Fällen kann die Krankheit durch Kortison sogar noch schlimmer werden, weil das Kortison die körpereigene Abwehr gegen die Keime reduziert", erläutert Prof. Dr. med. Bernd Bertram vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA). "Augentropfen mit Antibiotika oder Kortison sind wertvolle Medikamente, doch ihr Einsatz gehört in die Hand des erfahrenen Augenarztes", so Bertram.In Deutschland werden Schätzungen zufolge pro Jahr 250 bis 300 Tonnen Antibiotika verbraucht, rund 85 Prozent davon im ambulanten Bereich, denn häufig werden antibiotikahaltige Augentropfen auch ohne eingehende augenärztliche Untersuchung verschrieben. Doch der sorglose Umgang mit diesen Medikamenten schafft Probleme, denn jede überflüssige Antibiotika-Therapie begünstigt laut Bertram die Entwicklung von Resistenzen. Es können sich immer mehr Bakterienstämme entwickeln, denen die Wirkstoffe nichts mehr anhaben können. Prof. Bertram fordert, Antibiotika wirklich nur dann einzusetzen, wenn eindeutig eine bakterielle Infektion vorliegt. Die Behandlung erfolgt über mehrere Tage lang intensiv, um auch den hartnäckigen Krankheitserregern keine Chance zu lassen.