Rotaviren-Infektion vor allem bei Kleinkindern

mp Hannover - Kleinkinder reagieren besonders empfindlich auf Rota-Viren.mp Hannover - Kleinkinder reagieren besonders empfindlich auf Rota-Viren.
Claudia Starke / pixelio.de

Besonders Kinder unter fünf Jahren erkranken an Durchfall-Erkrankungen, die durch das Rota-Virus hervorgerufen werden. In Entwicklungsländern trägt diese Form der infektiösen Darmerkrankung erheblich zur Kindersterblichkeit bei. Aber auch in Deutschland ist eine Rota-Viren-Infektion im Kleinkindalter ein nicht zu unterschätzendes medizinisches Problem.Das Team um Professor Dr. Mathias Hornef von der Medizinischen Hochschule Hannover hat herausgefunden, was der Grund für die hohe Anfälligkeit gerade bei Kindern sein könnte: Die menschliche Darmschleimhaut produziert anfangs nur wenige sogenannte Toll-ähnliche Rezeptoren. Das sind notwendige Strukturen zur Erkennung von Krankheitserregern und der Aktivierung von einer gengesteuerten Immunantwort. Im Versuch an Mäusen zeigte das Forscherteam der Hochschule Hannover, dass erwachsene Tiere wesentlich mehr vom Toll-like Rezeptor (TLR) 3 in ihrer Darmschleimhaut produzieren, als Jungtiere. Da TLR 3 sowohl eine schützende Sekretion der Darmschleimhaut aktiviert als auch vermehrt Abwehrzellen in den befallenen Teil des Darmes lockt, liegt die Vermutung nahe, dass ein guter Schutz vor dem Rotavirus erst bei älteren Tieren gegeben ist. Dazu Professor Hornef: "Wahrscheinlich kann sich der erwachsene Körper aufgrund der stärkeren TLR3-Antwort besser gegen die Infektion wehren als der kindliche. Auch bei Rotavirus-empfindlichen Kindern unter fünf Jahren fanden wir weniger TLR3 in der Darmschleimhaut als bei älteren Menschen. Dies könnte damit zur besonderen Empfindlichkeit in dieser Altersgruppe beitragen".