Risiko Sekundenschlaf

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Jeder dritte Autofahrer, exakt sind es 34 Prozent, ist schon mal übermüdet Auto gefahren. Dies ergab eine repräsentative Befragung von 2.000 Personen, die im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) vom Marktforschungsinstitut Ipsos durchgeführt wurde.


Gefährliche Situationen erlebt


Von denen, die angaben, übermüdet gefahren zu sein, ist wiederum ein Drittel (34 Prozent) dabei in einen lebensgefährlichen Sekundenschlaf gefallen. Jeder Fünfte (19 Prozent), der übermüdet gefahren ist, hat dabei eine gefährliche Situation erlebt. Jeder Fünfzigste (2 Prozent) berichtete sogar von einem Unfall mit Sach- oder Personenschaden, den er aufgrund von Übermüdung erlebt hat. Der DVR appelliert an alle Autofahrer, sich nicht übermüdet ans Steuer zu setzen und auf langen Fahrten rechtzeitig Pausen einzulegen.


Sekundenschlaf auch mit offenen Augen



Ursachen des Sekundenschlafs sind Schlafstörungen oder Müdigkeit, ausgelöst beispielsweise durch Verrichten monotoner Arbeiten. Entgegen landläufiger Meinung kann der Sekundenschlaf auch mit offenen Augen ablaufen und in körperlich ausgeruhtem Zustand vorkommen. Die Ursache ist z. B. in einer bequemen Sitzhaltung zu sehen, bei der Barorezeptoren längs der Wirbelsäule einen Ruhezustand signalisieren und dadurch im Gehirn das Weckzentrum ausgeschaltet wird.
Wenn die Sinneswahrnehmung der Augen zusätzlich durch monotone Bildeindrücke die Aufmerksamkeit unterfordert, wird die Gehirnaktivität soweit zurückgefahren, dass Reaktionszeiten von mehreren Sekunden die Folge sind.


7 Alarmzeichen


Anzeichen für einen bevorstehenden Sekundenschlaf können sein:
schwer werdende Augenlider
brennende oder schmerzende Augen
trockene Mundschleimhaut
Gähnen, das sich kaum mehr unterdrücken lässt
das Bedürfnis, sich die Nasenwurzel zu massieren
leichtes Frösteln
wiederholtes Aufschrecken aus Unaufmerksamkeit
Zur Vorbeugung gegen den Sekundeschlaf gibt es einige Möglichkeiten. Am besten sind fünzehn bis dreißig Minuten Schlaf am Tag unmittelbar, wenn die Müdigkeit auftritt.

Auf keinen Fall sollte man bei Autofahrten Wachmahcer nutzen, wie Autoradio oder Gespräche mit dem Beifahrer. Dieser Müdigkeit kann nur durch eine ausreichende (Schlaf-)Pause begegnet werden.

Für Abhilfe bei Schlafstörungen kann oft eine verstärkte Beachtung der Schlafhygiene und Beobachtung der eigenen Verhaltensweisen.

Auf alle Fälle sollte eine fachärztliche Untersuchung in einem Schlaflabor erfolgen.
Ein Schlaflabor dient dazu, den Schlaf von Patienten mit der sogenannten Polysomnographie zu messen. Im Labor-Schlafzimmer des Patienten werden die Schlafphasen mit diversen Aufzeichnungsgeräten aufgezeichnet. Verschiedene schlafrelevante Körperfunktionen wie Hirnströme, Augenbewegungen, Muskelspannung, Atmung und Sauerstoffsättigung des Blutes werden aufgezeichnet. Aus diesen Messwerte kann der Arzt das Schlafprofil des Patienten ablesen und gibt Aufschlüsse über die Ursachen.