Rädertierchen: Sex als Überlebensvorteil

Rädertierchen sind bis zu 3 mm große Vielzeller, die überall auf der Welt vorkommen. In verschiedensten Formen haben sie sich den widrigsten Umweltbedingungen angepasst. Dabei vermehren sie sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich. Sie sind also die perfekten Organismen, um evolutionsbedingte Anpassung zu untersuchen. Genau das hat ein Team von Kölner Biologen getan.In einer Studie* betrachteten die Forscher vor allem, wann und warum die winzigen Tierchen Sex haben. Sie könnten sich ja auch ganz bequem durchweg ungeschlechtlich fortpflanzen. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass in den Zeiten, in denen die Anforderungen des Lebensraums sich ändern oder nicht stabil sind, die Rädertierchen sich vermehrt geschlechtlich fortpflanzen. Dies wird damit begründet, dass auf diese Weise das genetische Material der kleinen Vielzeller gut gemischt wird und neue Formen und Ausprägungen bei den Tierchen entstehen können. Von denen haben dann die einen Überlebensvorteil, die besser zu den neuen Umweltbedingungen passen. Sex ist - evolutionär betrachtet - in Zeiten der Anpassung an eine neue Umwelt die bevorzugte Lösung. Studie: „The evolution of sex is favoured during adaption to new environments"