Psychotherapeuten-Ausbildung

mp Berlin - Die Psychologie beschäftigt sich in weiten Teilen mit der gesunden Seele.mp Berlin - Die Psychologie beschäftigt sich in weiten Teilen mit der gesunden Seele.
Simone Peter / pixelio.de

Nach Abschluss eines Psychologie-Studiums fängt die eigentliche Ausbildung zum Therapeuten erst an. Das Studium gilt lediglich als Voraussetzung für die Ausbildung. Nach bislang geltender Gesetzeslage (Psychotherapeuten-Gesetz) dürfen Bachelor- Absolventen nach einem dreijährigen Studium im Bereich Pädagogik eine Ausbildung zum Kinder- und Jugendtherapeuten beginnen. Absolventen mit einem Bachelor-Abschluss im Fach Psychologie hingegen nicht. Für sie sieht die bisherige Gesetzgebung den zeitlich wesentlich umfangreicheren Masterabschluss für die Qualifikation zum gleichen Ausbildungsgang vor. Eine denkwürdige Situation, ist doch die Psychologie inhaltlich das Fach mit der größten Nähe zur psychotherapeutischen Arbeit. In einem Beschluss des 16. Therapeutentages fordern die Mitglieder des Bundes Deutscher Psychologen (BDP) daher eine genaue Festlegung der Zugangsberechtigung zu einer therapeutischen Ausbildung aufgrund der im Studium erreichten Punkte, der sogenannten Creditpoints im Bachelor/Master-System. Auch die an der Hochschule erworbenen Kompetenzen sollten mehr Gewicht bekommen.Ein weiterer Punkt, der bezüglich der Ausbildung zum Psychotherapeuten diskutiert wird, ist die Frage der Ausbildungsrechte- und pflichten, und nicht zuletzt der Vergütung. Anders als in anderen Berufen gibt es hier keine klaren Vorgaben. Der BDP hält eine Ausbildungsvergütung für alle Phasen der Ausbildung, vor allem auch für Zeiten der praktischen Tätigkeit, für wichtig.Eine Lösung der Ausbildungsproblematik über die Einbindung der Therapieausbildung in die Universitäten und Hochschulen wird allerdings vom BDP kritisch gesehen. Die Vielfalt der anerkannten Therapie-Möglichkeiten könnte durch diese sogenannte „Direktausbildung“ stark beschnitten werden. Zudem bestünde die Gefahr, dass die Psychologie zu einem rein klinischen Fach werden könnte. Damit fielen wichtige Facetten der Lehre von der per se gesunden Psyche des Menschen weg.Eine präventive Ausrichtung auf die Gesunderhaltung der menschlichen Seele wäre unter Umständen nicht mehr gewährleistet. Das hätte in vielerlei Hinsicht negative Folgen. Der Leiter der Arbeitsgruppe BDP, Vizepräsident Heinrich Bertram, bringt dies so zum Ausdruck: "Veränderungen sind notwendig und möglich - auch ohne Direktausbildung."