Probleme bei Patientenverfügungen

mp Frankfurt - Patientenverfügungen sollten unmissverständlich sein. Das ist aber oft nicht der Fall.mp Frankfurt - Patientenverfügungen sollten unmissverständlich sein. Das ist aber oft nicht der Fall.
Anton Porsche (superanton.de) / pixelio.de

Patientenverfügungen sind oft unklar und machen es Ärzten und Angehörigen schwer, Entscheidungen im Sinne des Betroffenen zu treffen. Oberarzt Michael Schöffner vom Agaplesion Markus Krankenhaus in Frankfurt zeigt jetzt in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift auf, welche Probleme in der Praxis damit häufig einhergehen. Ein Beispiel: Der Betroffene hat in seiner Patientenverfügung keinen Stellvertreter festgelegt. „Der Irrglaube, dass in Deutschland eine automatische Stellvertretung von Verwandten in Gesundheitsfragen existiert, ist weit verbreitet,“ so Schöffner. Wenn die Ärzte den mutmaßlichen Willen des Patienten nicht klar aus der Patientenverfügung erkennen können, muss ein vom Gericht bestellter Betreuer entscheiden. Angehörige sind in diesem Fall damit konfrontiert, dass eine fremde Person über das weitere Vorgehen bestimmt. Es sei denn, der Patient hat einen Verwandten ausdrücklich als Stellvertreter festgelegt. Diese Vorsorgevollmacht fehlt jedoch in vielen Patientenverfügungen. Schöffner gibt deshalb zusammen mit Intensivmedizinern, Krebsexperten, Neurologen, Geriatern und Chirurgen Seminare für die Klärung von Fragen zur Patientenverfügung. „Die übergroße Mehrzahl sieht anschließend einen teils erheblichen Korrekturbedarf bei ihrer Patientenverfügung“, so Schöffners Erfahrung. Dies zeige, dass eine deutliche Ausweitung ärztlicher Beratungsangebote zur Patientenverfügung bei Hausärzten und Kliniken sinnvoll sei.