Peniskrebs häufig zu spät erkannt

mp Rostock - Geschlechtskrankheiten sind auch in Deutschland noch immer ein Tabuthemamp Rostock - Geschlechtskrankheiten sind auch in Deutschland noch immer ein Tabuthema
Klaus Rupp / pixelio.de

Unwissenheit und schamhaftes Schweigen haben oft verheerende Folgen. Zu spät erkannter Peniskrebs kann zum Verlust des Organs führen. In Deutschland erkranken jährlich rund 600 Männer an einem Peniskarzinom. Das höchste Erkrankungsrisiko liegt bei etwa 60 Jahren. Das Karzinom wird unter anderem durch Infektionen mit dem sexuell übertragbaren Human Papilloma Virus (HPV) ausgelöst. Ebenso begünstigen Genitalwarzen und Entzündungen einen Ausbruch der Erkrankung. Eine verengte Vorhaut, auch Phimose genannt, erschwert die Genitalhygiene erheblich und führt oft zu chronischen Entzündungen. Männer mit Phimose sind daher stärker gefährdet. Weitere Risikofaktoren sind ultraviolette Strahlung und Tabakkonsum. Hautveränderungen, Verhärtungen oder Schwellungen an Eichel oder Vorhaut, Ausfluss oder Blutungen sind ernstzunehmende Symptome und sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden.Da diese Krankheit nur selten auftritt und die Tabuisierung des Themas führen dazu, dass der Krebs meist zu spät erkannt wird. Ist der Tumor jedoch weit fortgeschritten und hat sich bereits stark ausgebreitet, ist eine teilweise oder komplette Amputation des Penis erforderlich. "Selbstbeobachtung und die jährliche gesetzliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung beim Urologen ab dem 45. Lebensjahr können dazu beitragen, ein Peniskarzinom früh zu entdecken. Dann sind die Heilungschancen gut und es kann organerhaltend operiert werden", rät Prof. Dr. Oliver Hakenberg, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V., aus Rostock. Eine Austauschplattform für Betroffene und Therapeuten bietet die Internetseite www.urologie.uni-rostock.de/peniskarzinom mit einem Forum.