Gesundheit

Operieren mit Roboterchirurgie

OperationssystemFoto: Dr. Reinfried Pohl-Stiftung

Operieren mit Roboterchirurgie In diesen Tagen fand im Dr. Reinfried Pohl Zentrum für medizinische Lehre auf den Lahnbergen die feierliche Inbetriebnahme des "roboterassistierten Operationssystems "da Vinci" statt. Ermöglicht wurde der Erwerb dieses innovativen Operationssystems durch die großzügige Unterstützung der Dr. Reinfried Pohl-Stiftung und der Anneliese Pohl-Stiftung.

Mit beiden Stiftungen hat Prof. Dr. Reinfried Pohl der Philipps-Universität Marburg für den Fachbereich Medizin im Juni diesen Jahres vier Millionen Euro gespendet mit dem Ziel, die Forschung in Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen zu fördern. Ein Teil der Spende wurde gemäß dem Wunsch des Stifters für die Beschaffung des "da Vinci(R)-Systems" verwendet.

Deutschlandweit die Einzigen

Bei dem "da Vinci-System" handelt es sich um eine in den USA weit verbreitete Roboterchirurgie, die hochpräzises chirurgisches Arbeiten unter optimalen Sichtbedingungen ermöglicht. "Durch die großzügige Spende von Prof. Dr. Reinfried Pohl steht dieses technische System nun auch den Wissenschaftlern und Ärzten am Marburger Fachbereich Medizin und am Marburger Universitätsklinikum zur Verfügung. Wir sind sehr froh darüber, denn wir sind deutschlandweit der einzige Fachbereich, der über ein solches Gerät verfügt", so Prof. Dr. Jochen Alfred Werner, Direktor der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik der Philipps-Universität Marburg und Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Marburg.

Davon profitieren auch die angehenden Mediziner der Philipps-Universität, die schon frühzeitig auf das innovative System zugreifen können. "Es war und ist mir ein besonderes Anliegen, dass die Studierenden der Medizin die Möglichkeit erhalten, eine solche Technologie zu benutzen", so Prof. Dr. Reinfried Pohl, Vorsitzender des Kuratoriums der Dr. Reinfried Pohl-Stiftung.

Dreidimensionale Einsicht

Hauptelement des dreiteiligen "da Vinci-System" ist die im Operationssaal befindliche Arbeitskonsole. Sie ermöglicht es dem Operateur - anstelle auf einen Bildschirm - auf ein dreidimensionales Einsichtsystem zu blicken und so bisher kaum wahrnehmbare Details zu erkennen. Über zwei Manipulatoren werden die im Patienten platzierten Operationsinstrumente, deren Position kontinuierlich vom Roboter, aber auch Arztassistenten überwacht werden, bewegt.

Besonders häufig wird das innovative Operationssystem im Gebiet der Prostatachirurgie angewendet. So werden in den USA mittlerweile über 80% der kompletten Prostataentfernungen mit dem "da Vinci®-System" durchgeführt. Aber auch in der abdominellen Chirurgie, der gynäkologischen Chirurgie sowie Mundhöhlen-, Rachen-, Kehlkopf- und Halschirurgie findet das System immer häufiger Anwendung.