Nicht genügend Therapieplätze bei Depressionen

mp Schwaikheim - Lange Wartezeiten für Therapieplätzemp Schwaikheim - Lange Wartezeiten für TherapieplätzeS.Hofschlaeger / pixelio.de

Werden Depressionen zeitnah behandelt, können Verschlechterung und Chronifizierung vermieden werden. Dafür stehen jedoch nicht genügend ambulante Therapieplätze zur Verfügung. Die Depression ist eine schwere psychische Erkrankung. Kennzeichnend sind ein immer tieferes Abrutschen in die Hoffnungslosigkeit und völliger sozialer Rückzug bis hin zur Suizidgefährdung. Die Krankheit gilt schon ab 14 Tagen Dauer als behandlungsbedürftig. Doch viele der Betroffenen müssen mehrere Monate auf die Behandlung warten. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Depressionsliga. Von 370 Befragten wartete gut die Hälfte länger als zwei Monate, etwa 35 Prozent länger als vier Monate und 25 Prozent sogar länger als sechs Monate auf einen Therapieplatz. Da sich Depressionen unbehandelt oft verschlimmern und die Suche nach einem Therapeuten sehr viel Kraft kostet, ging es auch fast einem Drittel der Patienten durch die ausbleibende Therapie schlechter und 15 Prozent mussten voll- oder teilstationär aufgenommen werden.Eine Verbesserung der Situation scheint nicht in Sicht. Die Wartelisten bei den Psychotherapeuten werden immer länger, die Anzahl der niedergelassenen Therapeuten mit Kassenzulassung immer geringer. Folgen des Versorgungsstrukturgesetzes. Ein Teil der Betroffenen geht nach vergeblicher Suche zu einem nicht kassenzugelassenen Therapeuten und finanziert die Behandlung selbst. Wer sich das nicht leisten kann, findet in den sozialpsychiatrischen Diensten der Gemeinden eine erste Anlaufstelle. Sie bieten den Erkrankten Krisenintervention und Orientierung für die weitere Behandlung. Hilfreich ist auch die Unterstützung durch eine Selbsthilfegruppe. Doch das alles kann natürlich keine Therapie ersetzen.