Neues Verfahren zur Reduktion der Nebenwirkungen bei Chemotherapie

mp Frankfurt - Mit der Chemosaturation-Therapie können Krebsmedikamente gezielt lokal und hoch dosiert eingesetzt werden.mp Frankfurt - Mit der Chemosaturation-Therapie können Krebsmedikamente gezielt lokal und hoch dosiert eingesetzt werden.
Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw -

Erstmalig in Deutschland wird ein Verfahren aus den USA eingesetzt, dass mit einer lokalen Chemotherapie Nebenwirkungen weitgehend reduzieren soll. Am Klinikum der Frankfurter Goethe Universität nahmen jetzt erstmalig zwei Patientinnen mit Leberkrebs an der sogenannten „Chemosaturation-Therapie“ teil. Das Blut der Patientinnen wurde chemisch behandelt, nachdem es in der Leber über ein Katheter-System abgesaugt wurde. Anschließend reinigten die Ärzte das Blut in einem Filter außerhalb des Körpers und führten es der Leber wieder zu. Der Vorteil: diese Chemotherapie kann sehr hoch dosiert eingesetzt werden. Da die Chemikalien nicht in andere Organe gelangen, treten so gut wie keine der herkömmlichen Nebenwirkungen auf. Die gesamte Prozedur dauert etwa drei Stunden. Die Behandlung der beiden Patientinnen mit Krebs in fortgeschrittenem Stadium zeigte Erfolg. Sie konnten nach kurzer Zeit das Krankenhaus verlassen.Für die neuartige Behandlung war extra ein Team aus Ärzten und medizinisch-technischem Fachpersonal aus den USA zur Unterstützung nach Frankfurt angereist. "Diese Technologie hat signifikantes Potenzial, Krebs in der Leber zu kontrollieren. Wir freuen uns, das erste Krebszentrum nördlich der Alpen zu sein, das diese wichtige Behandlungsoption für Patienten bietet. Zudem sind wir bestrebt, die Rolle des Verfahrens bei multiplen Tumorarten einschließlich Brustkrebs weiter zu untersuchen“, erklärt Professor Thomas J. Vogl von der Uni Frankfurt. Die Chemosaturation-Therapie richtet sich vorerst an Patienten, bei denen alle anderen Behandlungsoptionen ausgeschöpft sind. In Zukunft könnte das Verfahren aber ausgeweitet werden.