Neues Operationsverfahren bei Grauem Star

mid Bochum - Prof. Dick bereitet sich für die nächste OP mit dem Femtosekundenlaser vor. Für jeden Patienten nimmt er individuelle Einstellungen am Gerät vor.mid Bochum - Prof. Dick bereitet sich für die nächste OP mit dem Femtosekundenlaser vor. Für jeden Patienten nimmt er individuelle Einstellungen am Gerät vor.
Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum

Bislang hing der Erfolg der Grauen Star-Operation auch vom manuellen Geschick des Operateurs ab, da er zu Beginn des Eingriffs das Auge mit dem Skalpell um wenige Millimeter eröffnete. Die Linse, die direkt hinter der Pupille sitzt, wurde dann mit Ultraschall verflüssigt und abgesaugt. Insgesamt dauerte das 15 bis 30 Minuten. Dieses Verfahren gehört jetzt der Vergangenheit an. Der neue Femtosekundenlaser ist jetzt in den Operationssaal eingezogen. Mit ihm muss die Kapsel der Augenlinse nur noch wenige Tausendstel Millimeter (Mikrometer) eröffnet werden. Die Verflüssigung der Linse übernimmt ebenfalls der Laser. Mit einem speziellen Minisauger entfernt der Operateur die flüssige Linse und setzt eine neue, künstliche ein. Die ganze OP dauert nur circa sieben bis acht Minuten, der Patient wird meist nur lokal betäubt. Die Verflüssigung mit dem Laser ist risikoärmer als mit Ultraschall, da kaum Wärme entsteht.Der neue Hochleistungslaser des Geräteherstellers OptiMedica arbeitet im Infrarotbereich. Wie der Name schon andeutet, dauert sein Impuls nur wenige Femtosekunden. So schnell wie für uns Menschen kaum vorstellbar. Es bedeutet in etwa, dass der Laser in einer Sekunde circa achtmal um die Erde kreist – unbegreiflich schnell! Diese Schnelligkeit ermöglicht es den Augenärzten, winzig kleine Schnitte am Auge Punkt genau auszuführen. Als bisher einzige Klinik in Deutschland operiert das Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum seit Dezember 2011 die Trübung der Augenlinse (Grauer Star oder Katarakt) mit dem Femtosekundenlaser. Durch seine Präzision kann die Operation an die individuellen Voraussetzungen der Patienten wie auch an anderen Vorerkrankungen des Auges angepasst werden. Ein weiterer Vorteil des Lasers ist die so genannte integrierte Kohärenztomografie (OCT). Das ist ein bildgebendes Verfahren, mit dem der Operateur während der gesamten OP das Auge hoch aufgelöst unter dem Mikroskop sehen und die einzelnen OP-Schritte exakt und in Echtzeit kontrollieren kann. Die OP mit dem Femtosekundenlaser wird seit Januar 2012 von den gesetzlichen sowie privaten Krankenkasse bezahlt, jedoch nur die so genannte Grundversorgung, heißt: OP und eine herkömmliche künstliche Linse. Kommen weitere Wünsche wie beispielsweise eine Linse, die eine Hornhautverkrümmung ausgleicht, hinzu, muss der Kassenpatient diese Zusatzkosten selber tragen.