Muttermilch verbessert Immunschutz bei Frühgeborenen

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Hilde Vogtländer / pixelio.de

Für alle Babys stellt Muttermilch die optimale Ernährung dar. Frühgeborene profitieren in besonderem Maße davon. Das Immunsystem von Frühgeborenen ist stark unterentwickelt. Babys, die 15 oder 16 Wochen zu früh auf die Welt kommen, besitzen kaum Antikörper und auch an Antikörper bildenden Zellen fehlt es ihnen. Dadurch sind die Frühchen sehr anfällig für lebensbedrohliche Infektionen. Bislang versuchte man die frühkindlichen Abwehrkräfte durch die Gabe von Antikörpern und Wachstumsfaktoren zu stärken. Eine Studie zeigte jedoch, dass diese Therapie keinen Nutzen bringt. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Lungen- oder Darmentzündung oder Blutvergiftung zu erkranken, war bei den behandelten Kindern genau so hoch wie bei den nicht behandelten. Dafür konnte in Untersuchungen bestätigt werden, dass Muttermilch hier positive Wirkung zeigt. Demnach erkranken Kinder, die gestillt werden, nachweisbar seltener an Infektionskrankheiten. Denn neben der optimalen Nährstoffkombination enthält Muttermilch auch eine Fülle an Immunfaktoren. Darüber hinaus gehen Antikörper, die aufgrund eines Infekts im Körper der Mutter gebildet werden, auf die gestillten Kinder über. Dadurch werden die Frühchen zusätzlich geschützt. "Wir legen deshalb großen Wert darauf, dass Mütter ihre Kinder mit Muttermilch ernähren", erklärt Professor Christian P. Speer, Direktor der Universitätsklinik in Würzburg.