Multiple Sklerose diagnostizieren

mp Darmstadt - Erstes Anzeichen von Multipler Sklerose ist ein deutlicher Verlust der Sehkraft.mp Darmstadt - Erstes Anzeichen von Multipler Sklerose ist ein deutlicher Verlust der Sehkraft.
Rainer Sturm / pixelio.de

Multiple Sklerose ist in Deutschland eine der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Vor allem junge Erwachsene sind betroffen. Fast die Hälfte leidet zu Beginn an Sehstörungen, Gefühlsstörungen oder an motorischen Störungen. Die ersten Symptome von Multipler Sklerose (MS) ähneln vor allem zu Beginn einer Vielzahl anderer Krankheiten. Deshalb erkennen viele Ärzte MS erst drei bis vier Jahre nach Auftreten der ersten Anzeichen. Zu Fehldiagnosen kommt es beispielsweise, wenn Betroffene nicht deutlich an Sehkraft verlieren, sondern nur einen milchigen Schleier wahrnehmen oder unscharf sehen. Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) rät deshalb, die sogenannten „evozierte Potentiale“ zu nutzen. Dabei wird gemessen, wie gut Nervenbahnen Signale weiterleiten. Das elektrophysiolgische Verfahren wird in Zukunft auch den Verlauf der MS vorhersagen können. „In nicht eindeutigen Fällen können evozierte Potenziale die Diagnose sichern“, so Professor Helmut Buchner, Chefarzt an der Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie in Recklinghausen. „Bei MS-Patienten messen wir etwa die visuelle Leitfähigkeit durch das Auge, den Sehnerv und das Gehirn nach Stimulation mit einem Schachbrettmuster“. Das Diagnoseverfahren hat außerdem den Vorteil, dass es einfach durchzuführen ist und den Patienten nicht belastet.