Gesundheit

Morbus Crohn - wenn der Darm Amok läuft

© Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

US-Popsängerin Anatacia war die erste, die offen mit ihrer bis dahin in der Bevölkerung weitgehend unbekannten Krankheit umging. „Morbus Crohn“ ist seit dieser Zeit in aller Munde.

Unter dieser chronisch entzündlichen Darmerkrankung (kurz CED) leiden in Deutschland rund 300.000 Menschen. Diese Patienten haben dadurch Einschränkungen in ihrem Alltag und müssen sich mehr oder weniger tagtäglich auf die Empfindlichkeit ihres Magen-Darmtraktseinstellen. Allerdings gibt es Rettung für diese Patientengruppe. Mit modernen, hochwirksamen und relativ gut verträglichen Medikamenten können Ärzte selbst schwere Krankheitsverläufe oft gut kontrollieren und ihren Patienten ein weitgehend normales Leben ermöglichen.


Die häufigsten Erscheinungsweise der CED sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, die eine Entzündung des gesamten Verdauungstrakts darstellen können oder wie bei der Colitis nur den Dickdarm betrifft. Die Krankheit Morbus Crohn verläuft Schub weise und äußert sich ähnlich einer Blinddarmentzündung mit Durchfällen, aber ohne Blutungen. Oft geht mit der Erkrankung Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme einher. Leichtes Fieber und allgemeines Unwohlsein werden häufig beobachtet.


Beste Möglichkeit der Diagnostik ist eine Darmspiegelung. Allerdings sind die betroffenen Patienten meist noch jung. Rund 30 Prozent aller CED-Kranken sind im Kindes- und Jugendalter, selten aber bei Kleinkindern. CED betrifft Männer und Frauen gleich häufig.


Ziel der Behandlung ist es, die entzündlichen Prozesse möglichst frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen. Eine Linderung der Beschwerden ist möglich, eine komplette Heilung jedoch bis heute nicht. Durch eine rechtzeitige Diagnose und Medikation erspart der Arzt dem Patienten einen längeren Leidensweg und weitere Komplikationen. Seit einigen Jahren sind Medikamente auf dem Markt, die das Immunsystem unterdrücken und die Entzündungen eindämmen. So blocken Biologika wie ein TNF-alpha-Blocker (beispielsweise Infliximab). Dieser blockiert ganz gezielt einen körpereigenen Botenstoff („Tumornekrosefaktor(TNF)alpa“), der maßgeblich an der Entstehung der Entzündung beteiligt ist.


Die Popsängerin Anastacia litt schon in jungen Jahren an Morbus Crohn und ging offen mit ihrer Erkrankung um. Trotz der Einschränkungen trat die Soulsängerin auf, war auf Tourneen auf de Bühne zu sehen und gab viele CED-Erkrankten Mut. Inzwischen erkrankte die Sängerin auch an Brustkrebs (2003) unterzog sich Bestrahlungen und arbeitete mit ihrem eigenen Stiftung „Anastacia Found“ eng mit der Breast Cancer Foundation des Kosmetikkonzerns Estée Lauder zusammen. Unter anderem gehen immer wieder Erlöse ihrer CDs an die Stiftung.

Alljährlich wird am  28. September mit dem Crohn und Colitis-Tag auf die Erkrankung aufmerksam gemacht.