Minimal-invasiver Eingriff senkt Bluthochdruck

mp Homburg/Saar - Gegen Bluthochdruck helfen Medikamente bei manchen Patienten nicht. Dann kann ein minimal-invasiver Eingriff die Lösung sein.mp Homburg/Saar - Gegen Bluthochdruck helfen Medikamente bei manchen Patienten nicht. Dann kann ein minimal-invasiver Eingriff die Lösung sein.
Rainer Sturm / pixelio.de

Es gibt Patienten, die ihren zu hohen Blutdruck mit Medikamenten nicht ausreichend senken können. Bei den Betroffenen fällt der Blutdruck im Stehen ab. Die Folgen reichen von rascher Ermüdung über Ohrensausen, Kopfschmerzen und Herzklopfen bis hin zum plötzlichen Kollaps. Mit einer einfachen Operation kann ihnen nun geholfen werden. Bei Bluthochdruck ist die Regulation des sympathischen Nervensystems häufig gestört, die Niere schüttet vermehrt Stresshormone aus. Die überaktiven Nierennerven, die den Bluthochdruck in die Höhe treiben, werden bei dem minimal-invasiven Eingriff mit Hochfrequenzstrom verödet und ausgeschaltet. Das Ergebnis: Der zu hohe Blutdruck und die Ruheherzfrequenz sinken deutlich. „Dieser als interventionelle sympathische Nierenarterien-Denervation (RDN) bezeichnete Eingriff führt zu einer signifikanten Abnahme des systolischen und diastolischen Blutdrucks sowie der Ruheherzfrequenz“, erläutert Professor Michael Böhm vom Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg/Saar. Der Eingriff dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Die Patienten sind während dieser Zeit ansprechbar, werden lokal betäubt und erhalten ein Schmerzmittel. Ziel der Operation sei es, den Blutdruck dauerhaft zu senken und die Medikamenteneinnahme langfristig zu reduzieren, so Böhm. Viele der Betroffenen müssten ohne den Eingriff bis zu neun verschiedene Präparate täglich einnehmen, ohne den Blutdruck erfolgreich ausreichend senken zu können.