Mangelernährung- die schleichende Gefahr im Alter

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Ältere Generationen führen gern als Lebensmotto das goldene Mittelmaß ins Feld. Also nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Wie viel das ist, darüber gehen gerade beim Thema Ernährung die Meinungen stark auseinander.

Fest steht seit kurzem, dass die Kosten im Zusammenhang mit Mangelernährung auftreten in Europa auf sage und schreibe 170 Millionen Euro pro Jahr geschätzt werden. Das ist mehr als das Doppelte der Summe, die laut einer Studie in Großbritannien in Bezug auf Fettleibigkeit ausgeben werden muss.

Der Bericht wurde Anfang September anlässlich eines Fachkongresses in Barcelona vorgestellt. Speziell in der Wohlstandsgesellschaft Europas, in der zunehmend übergewichtige Menschen leben, ist eine Mangelernährung ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem. Der Studie nach sollen 33 Millionen Menschen in Europa durch Mangelernährung gefährdet sein. Dabei trete dieser Mangel vor allem im Zusammenhang mit einer Krankheit auf und beträfe alle Altersgruppen vor allem aber in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Hier würden, so die Studie 25 Prozent der Patienten unterernährt oder oder würde von Mangelernährung bedroht. Auch sei ein Drittel der Erwachsenen, die allein leben, gefährdet , sich falsch und einseitig zu ernähren.

Professor Laviano, Vorsitzender des Komitees für bildungsbezogene und klinische Praxis der ESPEN (European Society for Clinical Nutrition and Metabolism), zur Mangelernährung: "Die
öffentliche Aufmerksamkeit beruht grösstenteils auf der Bekämpfung von Fettleibigkeit, doch viele Menschen können wiederum nicht dazu gebracht werden, eine ausreichende Menge nährstoffreicher Nahrung zu sich zu nehmen. Ihre Verfassung verschlechtert sich daher zunehmend und ihre Beschwerden nehmen zu.“ Prof. Laviano weiter: „Die Gabe von hochwertigem Protein durch orale Nahrungsergänzung (ONS) ist daher für gewisse Patienten unerlässlich, um sie bei Kräften zu halten.“ Außerdem könne mit oraler Nahrungsergänzung auch die finanzielle Belastung der Krankenhäuser gesenkt werden. Es sei, so Prof. Laviano weiter, die Aufgabe und Pflicht der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sicherzustellen, dass ihre Patienten adäquat ernährt werden.

Ein Sprecher der Medizinischen Nahrungsmittel Industrie (MNI) betonte, dass der Kampf gegen Mangelernährung nicht existieren müsse. Die MNI ist eine Interessengemeinschaft internationaler Hersteller entsprechender Präparate und hat einen mit 30.000 Euro dotierten Preis für die effektivste nationale Kampagne gegen Mangelernährung ausgeschrieben.

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