Lichtblick im Kampf gegen Krebs

mp Heidelberg - Durch den neuen Antikörpertest können nun Wirkstoffe sehr gezielt gegen Krebszellen eingesetzt werden.mp Heidelberg - Durch den neuen Antikörpertest können nun Wirkstoffe sehr gezielt gegen Krebszellen eingesetzt werden.
Gerd Altmann / pixelio.de

Ein neuer Antikörpertest kann bald Diagnose und Therapie für Krebspatienten leichter machen. Er zielt auf genetische Mutationen ab, die mit bestimmten Krebsarten einhergehen. Wissenschaftliche Ergebnisse aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg machten den neuartigen Test zum Nachweis von typischen Zellveränderungen bei Krebspatienten möglich. Dabei handelt es sich um ein Nachweisverfahren, mit dem Pathologen die Mutationen eines Proteins auf Gewebepräparaten nachweisen können. Das sogenannte BRAF-Protein steuert wichtige Wachstumssignale der Zelle. Bei vielen Krebsarten ist das Signalprotein mutiert und dadurch fehlerhaft aktiviert. In 90 Prozent aller Fälle von Krebserkrankungen handelt es sich bei der Veränderung um die so genannte V600E-BRAF-Mutation erkannten die Forscher Professor Andreas von Deimling, Dr. David Capper und Professor Hanswalter Zentgraf. Ihr Nachweis dieser winzigen, aber folgenschweren Mutation ermöglicht es nun den neuen Antikörpertest für die Krebsdiagnostik anzubieten. Weltweit, so die Wissenschaftler, bestehe ein erheblicher medizinischer Bedarf dafür. Nicht nur die Diagnostik wird erleichtert, auch die geeigneten Therapien können nun besser ausgewählt werden. Der Nachweis der V600E-BRAF-Mutation gewinnt zusätzlich an Bedeutung, da es seit kurzem ein zielgerichtetes Krebsmedikament gibt, das nur dann wirken kann, wenn die Veränderung vorliegt. Während die herkömmliche Chemotherapie gesundes und krankes Gewebe gleichermaßen angreift, gehen die neuen Wirkstoffe gezielt gegen Krebszellen vor, in denen die Mutation auftritt.