Lebererkrankungen können das Gehirn schädigen

mp Düsseldorf - Lebererkrankungen können dazu führen, dass die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt ist.mp Düsseldorf - Lebererkrankungen können dazu führen, dass die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt ist.
Rainer Sturm /pixelio.de

Mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland haben eine Lebererkrankung. Der Verlauf ist häufig chronisch und führt zur Leberzirrhose. „Die Patienten leiden dann nicht nur unter den Einschränkungen der Leberfunktion“, so Professor Dieter Häussinger von der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, „auch ist - neben anderen Organen - das Gehirn betroffen“. Die Leber ist bei einer Zirrhose immer weniger in der Lage, Ammoniak und andere Substanzen aus dem Blut zu entfernen. Die Gifte stammen aus dem Darm, wo sie von Darmbakterien abgesondert werden. Über den Blutweg gelangen sie ins Gehirn. „Viele Patienten mit Leberzirrhose entwickeln eine hepatische Enzephalopathie“, erklärt Häussinger. Der Beginn sei in der Regel schleichend. Anfangs ist die Konzentration gestört, Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit nehmen ab. Studien haben gezeigt, dass bereits im Frühstadium bei vielen Patienten deshalb die Fahrtüchtigkeit herabgesetzt ist. „Wir raten Patienten dringend, die Erkrankung frühzeitig zu behandeln. Eine effektive Therapie ist heute durch Laktulose und Antibiotika möglich“, so der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), Professor Joachim Mössner. Eine frühe Therapie ist vor allem deshalb wichtig, weil die Hirnschäden oft nicht umkehrbar sind – und damit auch die Fahrtauglichkeit dauerhaft verloren geht.