Leber erkrankt ohne Symptome und Beschwerden

mp Bonn - Ständige Müdigkeit kann auch von einer Leberfunktionsstörung herrührenmp Bonn - Ständige Müdigkeit kann auch von einer Leberfunktionsstörung herrührenkonstantin Gastmann / pixelio.de

Heimlich, still und leise – eine Lebererkrankung beginnt in der Regel ohne spezifische Symptome oder auffällige Beschwerden. Wird sie erkannt, ist es oft schon zu spät. Nach Angaben des Bundesverbands für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz – Info Gesundheit e.V. - sind in Deutschland rund fünf Millionen Menschen an der Leber erkrankt. Etwa 25 000 bis 50 000 Menschen sterben jährlich an den Folgen der Erkrankung. Die Hauptursache für schwere Leberschäden ist übermäßiger Alkoholkonsum. Aber auch Medikamente und Virusinfektionen wie Hepatitis können das Organ stark schädigen. Weitere, aber seltenere Auslöser sind Übergewicht, Erkrankungen des Stoffwechsels oder sogenannte Autoimmunerkrankungen.Die Leber ist ein außergewöhnliches, regenerationsfähiges Organ. Sie verfügt über die Fähigkeit nachzuwachsen und ist voll funktionstüchtig, selbst wenn nur noch ein Drittel ihrer Zellen intakt sind. Eine Störung fällt somit zunächst gar nicht auf. Dass die Leber kein Schmerzempfinden hat und auch keine Warnzeichen aussendet, führt ebenso dazu, dass Erkrankungen nicht sofort bemerkt werden. Die ersten Symptome, die sich bei einer Lebererkrankung einstellen, sind so unspezifisch, dass sie auf eine Vielzahl von Krankheiten hinweisen könnten. Dazu zählen Übelkeit, Appetitlosigkeit und Blähungen. Auch verstärkte Müdigkeit und Juckreiz sind typisch. Da die Befindlichkeitsstörungen aber meist nicht übermäßig stark ausgeprägt sind, werden sie häufig als Alltagsbeschwerden wie Stress und Übermüdung fehlinterpretiert. Nach Jahren des unbemerkten und fortschreitenden Krankheitsprozesses kommt es dann zu lebensbedrohlichen Komplikationen. Versagt die Leber ganz, kann nur noch die Transplantation einer Spenderleber das Leben des Betroffenen retten.