Gesundheit

Kritische Lösungen in der Krankenhausapotheke

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Michael Bührke / pixelio.de

Bislang stellt der Krankenhausapotheker und sein Team in der hauseigenen Apotheke kritische Lösungen, wie Ernährungslösungen zur Infusion, Zytostatika oder Antibiosen selbst her. Die für die Herstellung geltende Qualitätssicherung folgt der Leitlinie „Aseptische Herstellung von Parenteralia mit toxischem Potential“ der Bundesapothekerkammer. Das Bundesministerium hält diese Leitlinie nicht mehr für ausreichend, um eine angemessene Versorgung Schwerstkranker zu gewährleisten. Im Rahmen der Überarbeitung der Apothekenbetriebsordnung wird als Maßstab für die Herstellung kritischer Arzneimittellösungen für diese Patientengruppe eine industriell gültige Norm (GMP) in Erwägung gezogen. Um die Standards dieser Norm erfüllen zu können, müssten viele der kleinen und mittelgroßen Kliniken die Produktion in ihrer hauseigenen Apotheke massiv umstellen. Für diese Krankenhäuser bietet sich als Alternative zur kosten- und aufwandintensiven Umstellung im eigenen Haus ein Outsourcing der kritischen Produktion an. Fremde Dienstleister auf dem Gesundheitsmarkt werben jedenfalls mit dem finanziellen Vorteil, den die Auslagerung der kritischen Produktion für einige Krankenhäuser bedeuten würde. Auch andere Aspekte der Wirtschaftlichkeit wie Flexibilität und Kompetenz, Erreichbarkeit und eigene Logistik der hochspezialisierten Fremdhersteller sprechen für ein Outsourcing der Produktion.Inwieweit die Kliniken ihre interne Komplettversorgung aus der Hand geben wollen oder müssen, hängt von den Standards ab, nach denen bislang produziert wird. Die mögliche Neuregelung bezieht sich übrigens nur auf die kritischen Arzneimittellösungen. Die Grundversorgung der Patienten durch die Krankenhausapotheken ist davon nicht betroffen.