Kopfschmerzen nicht sofort zur Schmerztablette greifen

Spannungskopfschmerz kann verschiedene Ursachen haben. Muskelverspannungen sind eine Möglichkeit. Doch der Griff zur Schmerztablette ist in diesem Fall nicht ratsam: „Werden muskuläre Ursachen nicht ausreichend berücksichtigt, kann eine Behandlung von Spannungskopfschmerz mit Akutschmerzmitteln sogar kontraproduktiv sein“, warnt Professor Hartmut Göbel, ärztlicher Direktor an der Schmerzklinik Kiel. Vorsicht ist bei der Selbstmedikation geboten: Wer an mehr als zehn Tagen pro Monat Schmerzmittel einnimmt, läuft sogar Gefahr, den Kopfschmerz geradezu zu „füttern“. Experten sprechen dann von einem - durch Medikamente verursachten - Kopfschmerz. Treten die Beschwerden an mehr als zehn Tagen im Monat auf oder halten sie länger als drei Tage an, sollte der Betroffene unbedingt zum Arzt gehen. Spannungskopfschmerz entsteht in der Regel unter besonderen körperlichen oder seelischen Belastungen. Aber auch individuelle Erbanlagen, Hormone, Ernährung, Stress, Angst, Wettereinflüsse, Fehlhaltungen wie etwa eintöniges Sitzen am Schreibtisch, muskuläre Verspannungen, sowie unregelmäßiger Schlaf können eine Ursache sein. Häufig leiden Betroffene gleichzeitig unter drückenden bis ziehenden Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich. Statt Schmerztabletten empfehlen Experten für Patienten mit Spannungskopfschmerzen mehrmals wöchentlichen Ausdauersport und Entspannungsübungen. Regelmäßige Spaziergänge, Walken, Yoga, Tai-Chi, Wassergymnastik, Schwimmen oder Fahrradfahren werden empfohlen.