Industriell hergestellte Säuglingsmilch ist minderwertiger als Muttermilch

Muttermilch ist die ideale Nahrung für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten. Sie ist so zusammengesetzt, dass sie den Bedarf an Nährstoffen und Flüssigkeit der Kleinen deckt. In der Werbung für industriell hergestellte Säuglingsmilch darf daher nicht der Eindruck erweckt werden, dass diese Flaschennahrung der Muttermilch gleichwertig oder überlegen ist. In jüngster Zeit beobachtete die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine gegen den breiten Konsens von Wissenschaft und Gesundheitswesen verstoßende Werbung für Säuglingsnahrung, die nicht akzeptiert werden kann. Besonders kritisiert wird die Vermarktung von Flaschennahrung mit Slogans wie "nach dem Vorbild der Muttermilch" und Bildern stillender Mütter. Hierdurch werde die industrielle Säuglingsnahrung der Muttermilch gleichgesetzt. "Sachlich falsche Werbeaussagen und unzulässige Abbildungen können Eltern verunsichern und täuschen", sagt Dr. Diana Rubin von der Nationalen Stillkommission am BfR.In der Beurteilung des Stillens als unersetzlichen Wert für den Säugling, etwa durch die bedarfsgerechte Nährstoffzufuhr und eine Verminderung des Risikos für infektiöse Atemwegs- und Durchfallerkrankungen, sind sich Wissenschaft und Gesundheitswesen absolut einig. Darüber hinaus zeigt Stillen auch wichtige langfristige Auswirkungen, da ehemalige Stillkinder deutlich seltener an kindlichem Übergewicht leiden sowie später eine bessere kognitive Leistungsfähigkeit entwickeln.Die angewendeten Werbemaßnahmen verstoßen laut dem BfR gegen den entsprechenden WHO-Codex und gegen die Rechtsvorschriften für die Vermarktung.