Impfstoff gegen Krebs?

mp Mainz/Dortmund: Dem Ziel, einen Impfschutz gegen Krebs zu entwickeln, könnten Forscher jetzt ein Stück näher gerückt sein.mp Mainz/Dortmund: Dem Ziel, einen Impfschutz gegen Krebs zu entwickeln, könnten Forscher jetzt ein Stück näher gerückt sein.Sigrid Rossmann / pixelio.de

Wissenschaftler aus Mainz und Dortmund haben einen neuen Marker gefunden, der auch helfen könnte eines Tages einen Impfstoff gegen Krebs zu entwickeln. Marker sind eindeutig identifizierbare kurze DNA-Abschnitte. Sie erlauben zuverlässige Aussagen über den Verlauf der Krankheit und die Wirksamkeit einer Chemotherapie. Das Immunsystem spielt eine zentrale Rolle bei Tumorerkrankungen. Jetzt wurde erstmals ein einzelner Bestandteil des Immunsystems als zuverlässiger Marker für Brust-, Darm-, und Lungenkrebs identifiziert. Findet sich im Tumor ein hoher Anteil von Immunglobulin Kappa C (IGKC), einem integralen Bestandteil des Immunsystems, hat das einen positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf, erkannten Dr. Marcus Schmidt von der Klinik der Universitätsmedizin Mainz und Professor Jan G. Hengstler von der TU Dortmund. Die günstige Wirkung fand sich auch bei Patienten mit Darmkrebs und Lungenkarzinomen, berichten die Forscher. Für die genetischen Untersuchungen analysierten die Wissenschaftler Gewebematerial von 1810 Brustkrebspatientinnen, sowie 1056 Patienten mit Lungenkarzinom, 513 Darmkrebspatienten und 426 Patientinnen mit Eierstockkrebs. Mit Ausnahme des Eierstockkrebs ging das Vorhandensein von Immunglobulin Kappa C mit einem selteneren Auftreten von Metastasen einher. „Die Frage des Ansprechens auf eine Chemotherapie wurde bei Brustkrebspatientinnen untersucht, die präoperativ mit einer bestimmten Chemotherapie behandelt wurden“, so Dr. Marcus Schmidt. „Hier konnten wir eindeutig zeigen, dass sich Tumore mit einem hohen Anteil von IGKC durch die Chemotherapie stärker verkleinerten, als die Tumore mit einem geringen Anteil von IGKC.“ Das Ergebnis hat eine weitreichende Bedeutung, denn der neu beschriebene Marker kann zur verbesserten Charakterisierung von bösartigen Tumoren eingesetzt werden. In der Zukunft könnten die neuen Erkenntnisse auch dazu beitragen, eine Impfung gegen Krebs zu entwickeln.