HPV-Infektionen ursächlich für Krebs im Kopf- und Halsbereich

mp Mainz - HPV: Auch Kopf und Hals können betroffen sein.mp Mainz - HPV: Auch Kopf und Hals können betroffen sein.Susan Hauke / pixelio.de

Eine Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) kann Gebärmutterhalskrebs auslösen. Dies scheint hinlänglich belegt. Impfungen für junge Mädchen werden daher immer wieder anempfohlen. Nun steht das Virus auch im Verdacht, für Krebserkrankungen im Kopf- und Halsbereich mit verantwortlich zu sein. Allein in Deutschland erkranken jährlich etwa 18 000 Menschen an diesen Krebsarten. Als Auslöser galten bislang vorrangig hoher Alkohol- und Nikotinkonsum.„Studien zeigen jedoch, dass – ähnlich wie beim Gebärmutterhalskrebs – Humane Papillomaviren (HPV) auch diese Krebsart verursachen können“, sagt Professor Dr. med. Jens P. Klußmann, Direktor der Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie und ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Gießen. Er geht davon aus, dass sogar jede zweite Krebserkrankung im Mundrachenbereich durch eine HPV- Infektion ausgelöst sein könnte. Krebserkrankungen der Mundhöhle könnten laut der Studien in einem Viertel der Fälle auf die tückische Infektion zurückgeführt werden.HNO-Ärzte befürchten eine regelrechte HPV-Epedemie, die bis 2020 mit einer Verdoppelung der Krankheitsfälle einhergehen könnte. Die starke Ausbreitungsrate der Erkrankung wird auf die steigende Beliebtheit oraler Sexualpraktiken bei jungen Menschen zurückgeführt. Eine Impfung wird diskutiert.