Hoffnung auf neue Behandlungsmethode bei MS

mp Freiburg - Neueste Forschungsergebnisse geben Hoffnung auf bessere Therapiemöglichkeiten für MS-Patienten.mp Freiburg - Neueste Forschungsergebnisse geben Hoffnung auf bessere Therapiemöglichkeiten für MS-Patienten.Michael Bührke/pixelio.de

Schon vor 50 Jahren wurden Interferone entdeckt. Welche genaue Bedeutung sie im Zusammenhang mit der Multiplen Sklerose (MS) haben, konnte jetzt entschlüsselt werden. Die Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems (ZNS). In Deutschland leiden etwa 120 000 Menschen an der Erkrankung. Darunter mehr Frauen als Männer. Man nimmt an, dass die MS eine Autoimmunerkrankung ist, bei der Blutzellen irrtümlicherweise Strukturen des ZNS angreifen und dadurch die Entzündung hervorrufen. Der Körper reagiert auf Entzündungen mit der Ausschüttung sogenannter Interferone. Das sind Proteine, die eine immunstabilisierende Wirkung entfalten. MS-Patienten werden bislang mit Interferonen behandelt. Die zunächst erfolgreiche Behandlung ist aber mit einer Menge Nebenwirkungen verbunden. Jetzt haben Freiburger Wissenschaftler den genauen Wirkmechanismus der Interferone bei der MS entschlüsseln können. Demnach sind spezielle Rezeptoren im Körper für den Verlauf der Entzündungsreaktion im Körper verantwortlich. Fehlen sie, verschlimmert sich die Erkrankung. Würden sie hingegen gezielt aktiviert, könnten mehr körpereigene Interferone gebildet und die Erkrankung erheblich verbessert werden. "Unsere Ergebnisse stellen einen Durchbruch für das Verständnis der Interferonwirkung bei MS dar. Es besteht nun die Hoffnung, neue zellspezifischere und nebenwirkungsarme Therapieansätze zur Behandlung dieser Erkrankung zu entwickeln", betont Professor Dr. Marco Prinz, ärztlicher Direktor der Abteilung Neuropathologie des Universitätsklinikums Freiburg, die Bedeutung seiner Forschung.